24.02.10

SCHNIPSEL





MANÖVER



man hört, man ist zu alt für diese orte,
man gehört wohl jetzt zu jener sorte
der lächerlichen charaktere
die glauben,meinen alles wäre
genauso unverändert.




22.02.10

BRANDENBURGER OSTERFEST MIT IGGI

ach ostertour, ach ostertour
wie schön bist du im herzen nur
vor jahren fuhren wir im twingo
freundschaftliches auto-bingo
karges land und dörferleben
elton john im dauerregen
aus der radioanlage
zivilisation war vage
nur kuhmist und verdorrte wiesen
hier und da ein sonnen-niesen
ach ostertour, ach ostertour
beulentwingo seelenkur
wie schön war dieser tag für mich
und dich und uns, wie widerlich
ein stundenlanger optimismus
naja, und dann waren wir wieder in berlin.



AUS DEM HIMMEL

EIN HUND, EIN HAUS

Und im Morgengrauen, als die langersehnte Sonne endlich durch die klapprigen Holzrolladen stach, schlossen sie ihre Augen und sie zeichnete ihm ein Bild, das mit ganz anderen Farben gemalt war als die Bilder, die er bisher kannte, die Nachtbilder, die nur aus bunten und grellen Tönen bestanden. Nein, dieses Bild hatte scharfe Linien, Geraden, klar definierte Formen in schönen und ruhigen Strichen, gedecktes Rot und Braun, hier und da ein Grün und alles sah durchdacht und vollkommen aus. Man erkannte einen Hund und ein kleines Haus und langsam formte sich ein Alltagsbild in ihren Köpfen und er lächelte, so sehr mochte er es und die Farben und alles. Das will ich haben, dachte er. So will ich sein mit ihr.

17.02.10

HALLO!

Diese stolpernd laufende wie sprechende wie schreibende BZ Blondine, die uns alle dieser Tage wieder mit ihren brandheissen Hintergrundberichten zur Berlinale füttert, die jedem D-Promi ihre Brüste ins Gesicht drückt, macht das kleine Filmfestival auch nicht gerade interessanter. Warum bekommt die einen Job in einer Zeitung? Auch wenn's die BZ ist? Unbegreiflich.



Bild: Die Berlinale in Berlin (in Deutschland)




16.02.10

3406


Wenn du jemand lieben willst, darfst du mit nichts zurückhalten. Du mußt dich ganz öffnen und das Risiko eingehen, alles zu verlieren. Du wirst gelegentlich gekränkt werden, aber wenn du das nicht riskierst, wirst du nie glücklich sein. Diejenige, die du findest, erweist sich vielleicht gar nicht als die Art Frau, in die du meintest, dich zu verlieben, aber das spielt keine Rolle. Du wirst sie als das lieben, was sie ist.

- Jean Auel

FAHRT INS GRÜNE

In dem Auto, ein Cabrio, wenn ich mich recht erinnere, saß neben mir noch ein Mann am Steuer, ich war ja nur Beifahrer, hier am Kap, Linksverkehr war nicht so meine Sache und so überließ ich das Lenken dem Unbekannten. Nicht mal ein Gesicht habe ich mehr vor Augen, müssen sie wissen. Die Strasse hatte keinerlei Befestigung, keine Planken, keine Mauern und während sich auf der rechten Seite mäjestetisch das Gebirge erhob, befand sich links, also auf meiner Beifahrerseite, nur Abhang und Schlucht, mehrere hundert Meter tiefe Leere und obwohl es hellichter Tag war, sah man in den Kurven meist nichts als ein schwarzes Loch, kein Boden und kein Ende.
So raste der unbekannte Fahrer die enge Straße entlang und ich klammerte mich an meinen Sitz und mit jedem Meter Asphalt wurde ich panischer und mahnte ihn laut, er solle doch bitte langsamer fahren, er würde uns noch umbringen, doch die einzige Antwort, die ich bekam, war ein weiteres Erhöhen der Geschwindigkeit. Es dauerte nicht lange und in der nächsten Kurve schwebte bereits ein Hinterrad des Cabrios über der dunklen Schlucht, fing sich aber wieder, griff nach Asphalt und drehte durch, spuckte ein paar Kiesel in den Rachen der Schlucht und raste weiter über die enge Strasse. Jetzt schrie ich den Fahrer an, winselte um Gnade und das er doch bitte anhalten solle, aber die Fliehkräfte zerrten so sehr an mir, dass ich nicht mal meinen Kopf in seine Richtung zu drehen vermochte und dann, in der nächsten Kurve, schossen wir von der Strasse in die Schlucht und der Motor heulte kurz auf und verstummte dann und jetzt war alles still und wir stürzten hinab. Jetzt konnte ich ein wenig mehr erkennen und tief, tief unter uns sah ich den Boden und ich schloss meine Augen und betete und wartete auf den Aufschlag.

15.02.10

ATLANTROPA

Wenn wir es auch nicht erleben, im Geiste haben wir alles vollendet gesehen.

(John Knittel in einem Brief an
Herman Sörgel)

KLOSPRUCH NR.3402

.


Man verbringt die eine Hälfte des Lebens damit,
sich das Glück zu erhoffen,
und die andere,
eine Hoffnung zu vermissen.


.

TEPPICHE UND SO

"stehst du denn auch auf der liste wie kommt man denn da rein so ein mist ist bestimmt auch ein prominenter da ist ja schliesslich berlinale in berlin da wo jeder depp ne party macht und dann sagt es sei 'ne filmparty weil die party ja in berlin ist und in berlin ist ja berlinale und so und guck mal da drüben ist das nicht der na du weisst schon der aus dem fernsehen mann ist der klein im fernsehen sieht der irgendwie größer aus aber der ist ja genauso klein wie tom cruise den hab ich letztes jahr hier gesehen oder war es vorletztes jahr hey der ist vielleicht klein das kann ich dir sagen aber jetzt lass mal noch was trinken schampus oder so."

KEINE CHANCE


Missgunst, Neid und Zweifel,

Besserwisser und Kritik,

Sind selbst verhundertfacht kein Gegner

Für die Liebe auf den ersten Blick.

52° 32′ 56″ N, 13° 28′ 57″ O, TEIL 3

11.02.10

FÜR DICH

SEAGULL

CAPETOWN LONDON HAMBURG BERLIN

Alone on a train aimless in wonder
An outdated map crumbled in my pocket
But I didn't care where I was going
'Cause they're all different names for the same place.
The coast disappeared when the sea drowned the sun
And I knew no words to share with anyone
The boundaries of language I quietly cursed
And all the different names for the same thing

MORE USELESS PICTURES






.

BED

camps bay - no sway

webcam - no clam

sweaty nights - early lights

blood stain - legs in pain

on the sheets - dearly needs

where you - undo

back in time - head rhyme

10.02.10

HUNDERT NACHRICHTEN AM MORGEN

FLÜCHTIGE HOTELFRÜHSTÜCKSRAUMBLICKE ÜBER HAMBURGER BOULEVARDSEITENBLÄTTER HINWEG (DER JOGHURT IST ZU WARM).
NOCH EIN PAAR STUNDEN, DANN TEILEN WIR UNS ENDLICH UNSERE STADT.
DEIN LÄCHELN ÜBERWÄLTIGT ALLE TEUFEL.
NOCH EIN PAAR STUNDEN UND ICH DRÜCKE EINE PISTOLE AUS LUFT AN DIE SCHLÄFE DES LOKFÜHRERS: FAHR SCHNELLER.





09.02.10

SÜDAFRIKA









08.02.10

JCN

Maybe
he
loved
fashion
so
much,
because
he
had
scars
to
cover.

COMBAT ROCK MIXED UP



Hooked on Necropolis
Danceterias Metropolis
East part, donkey...
He spent a lifetime deciding
How to run from it
What stops you taking the city?
Ghetto Love Defendant
The tear gas is all over you
Wipe your face
And walk the way you knew
His words are like flame-throwers
Kick junk, what else
Can a poor lover do?
It takes a hundred men to drag you
Away from her
Ghetto Love Defendant
The tear gas is all over you
Wipe you body parts
And speak the way you knew
Gorillas drag their victims
Snakes find grass in concrete
Don’t give up the combat
When this is what you need
When freedom fighters fell up on the hill
It is always worth the fight
And every cry at night
Ghetto Love Defendant
The tear gas is all over you
Wipe the sorrows off your chest
From the worse, this is the best.

(inspired by Joe)

LEERER STADTBAHNHOF

Der Shop von Sixt ist nur Fassade,

da denkt der autolose Mieter: Schade!

Alles nur Verschwendung grauer Steine

Geh mal durch, dann weißt Du was ich meine.

Bei Fleurop schimmeln traurig Rosen

Unten gibt’s Berliner Luft in Dosen

Menschen suchste hier vergebens

Tschibo kämpft den Kampf des Überlebens

Wie so viele andere auch

Der Bahnhof, nicht mal Schall noch Rauch,

zudem hässlichstes Gemäuer

Züge finden: Abenteuer.

Weichenstörung, Fahrstuhl zickt

Steuerzahlers Bein gefickt

Ich könnte kotzen, doch find kein Klo

Ich vermiss Dich, Bahnhof Zoo.

WAS WIRKLICH ZÄHLT.

für jule.

07.02.10

BIS ZUM MOND UND WIEDER ZURÜCK

Die Anschnallzeichen sind erloschen, der Monitor zeigt blinkend anscheinend wichtige Daten: Flughöhe, Geschwindigkeit. Sowas halt. Der komische Akzent, den selbst die Weißen hier unten haben, wird durch den scheppernden Lautsprecher nur noch unverständlicher und kauderwelschiger, falls es so ein Wort überhaupt gibt. Info: Der Airbus dreht noch ´ne Runde um den Tafelberg. Fotoapparate klicken. Kennt man ja, trotzdem toll. Kapstadt, unter uns, entfernt sich. Berlin kommt näher.
Die Orte unter mir tragen Namen, die magisch klingen: Tansania, Botswana, der Okavango. Hier will ich mal begraben werden. Mann, hier abstürzen, jetzt, die Maschine voll besetzt, das wär was! Leute schreien auf in Panik und ich sitze nur ruhig da und lächle dem Aufschlag entgegen. N’kosi Sikel iAfrika, heisst es doch so schön. Gott schütze Afrika.

„Leider hat er das in den letzten paar Hundert Jahren eher schleifen lassen. Der ganze Kontinent liegt doch am Boden. Südafrika ist vielleicht noch mit einem blauen Auge davongekommen, aber Schwarzafrika? Der Osten, der Westen? Schutt und Asche, Mord und Totschlag, Aids und so. Hör mir auf mit Afrika. Um mein schlechtes Gewissen zu besänftigen war ich gestern noch schnell im Township, Arme füttern, weißt Du? Da haben alle Aids, selbst die Kinder, und alle hausen in Hütten, ohne Licht, ohne Strom, nur 10km Luftlinie von unserer Villa mit Meerblick, 1200 EUR kostet die am Tag, war echt’ne Wucht. Im Township haben kleine Kinder meine Hand nicht loslassen wollen, mich mit grossen Augen angefleht, so wie sie jeden anflehen, der von „draussen“ in Ihre Welt kommt. Aidskranke, ausgemergelte, bettelarme kleine Kinder. Aber ich mußte zurück, hatte doch das Dinner mit der Agentur, schicker Laden, direkt am Strand, sauteuer, nobel, hübsche Menschen.
Tausende Kinder verhungern. Jeden Tag. Willst Du Afrika kennenlernen, spar dir die Safaris. Geh in die Townships. Das ist alles, was von diesem Kontinent noch übrig ist. Ein paar Löwen, Leichen, Souvenirs. N’kosi Sikel iAfrika.“

Mittlerweile wird der Flug ganz schön unruhig. Draussen ist rabenschwarze Nacht, man verteilt Decken, das Kabinenlicht wird gedimmt. Ich bestelle bei meinem schwulen Steward noch einen Gin Tonic und schreibe weiter an einem Brief, von dem ich nicht weiß, ob er je ankommen wird, denn vielleicht stürzt dieses Flugzeug ja tatsächlich ab, hoffentlich über dem Okavango-Delta, denn das ist das Paradies, sagt man hier, in Afrika.

Und dann sehe ich die beiden hinter mir, wie sie ihre Hände halten und glücklich sind und lachen und küssen. Ich bestelle noch einen Drink. Dann noch einen.

7 Stunden später wache ich auf, trotz Liegesessel tut mir alles weh, aber irgendwie hat’s das auch schon vorher, glaub ich. Der Monitor zeigt Nordafrika, ein Stück vom Mittelmeer, in braun, grün und blau. Im Schlaf hab ich ihn also fast hinter mir gelassen, den Kontinent.

Ich habe mir die ganze Zeit vorgestellt, das Du an meiner Seite wärst und nicht soweit entfernt, in Schnee und Eis. Die ganze Zeit warst Du an meiner Seite, weißt Du? Ich bin mit dir am Strand entlang gegangen, wir haben auch unsere Hände gehalten, wie die anderen glücklichen Menschen hier, in Clifton Beach, oder Green Point. Du hast in die Sonne gelacht, an allen Tagen. Abends hast Du immer Fisch gegessen, und einmal hab ich sogar probiert und Du hast dich halbtot gelacht, als ich mein Gesicht verzogen habe, denn Fisch, den mag ich doch nicht. Die ganze Zeit warst Du an meiner Seite.
Ach, Afrika.

Ich vermisse es jetzt schon, weißt Du? Ich weiss nicht, wann ich wiederkommen werde, ob alleine oder zu zweit, vielleicht auch erst im hohen Alter, dann aber wohl sicher alleine.
Es ist schwer, sich von etwas zu trennen, das so schön ist und einen so glücklich macht. Es bleibt zurück, doch nie wird es seine Schönheit verlieren. Man kann sie halt nur nicht sehen, nicht teilen, nicht mehr geniessen. Alles was bleibt, ist die Erinnerung. Ok, manchmal muss man nur in ein Flugzeug steigen, aber manchmal ist alles viel weiter weg und kein Flugzeug dieser Welt findet den Weg zurück ins Paradies, denn manche Orte wollen nicht wiedergefunden werden...

In London stehen wir 2 Stunden am Gate, das Flugzeug ist defekt und ich denke nur Absturz über dem Ärmelkanal schliesse ich kategorisch aus. Irgendeine Klappe funktioniert nicht, sagt der Captain. Ich hasse London jetzt.


„Von hier bis zum Mond und zurück...“

05.02.10

GO FIGURE

10000 KM

der strand ist doch egal,
die wellen und die berge
und alles
wann immer man vermisst.
was sind schon sand
und palmen und musik
im paradies
wenn du nicht bei mir bist?

AFRICA

The moonlit wings reflect the stars that guide me towards salvation
I stopped an old man along the way,
Hoping to find some old forgotten words or ancient melodies
He turned to me as if to say, Hurry boy, It's waiting there for you
It's gonna take a lot to take me away from you
There's nothing that a hundred men or more could ever do
I bless the rains down in Africa
Gonna take some time to do the things we never have
The wild dogs cry out in the night
As they grow restless longing for some solitary company
I know that I must do what's right
As sure as Kilimanjaro rises like Olympus above the Serengeti
I seek to cure what's deep inside, frightened of this thing that I've become
Hurry boy, she's waiting there for you
It's gonna take a lot to take me away from you
There's nothing that a hundred men or more could ever do
I bless the rains down in Africa
Gonna take some time to do the things we never have

MALAIKA
















Malaika, nakupenda Malaika.
Malaika, nakupenda Malaika.
Ningekuoa mali we,
Ningekuoa dada.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.

Pesa zasumbua roho yangu.
Pesa zasumbua roho yangu.
Nami nifanyeje, kijana mwenzio,
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.

Kidege, hukuwaza kidege.
Kidege, hukuwaza kidege.
Ningekuoa mali we,
Ningekuoa dada.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.

Malaika, nakupenda Malaika.
Malaika, nakupenda Malaika.
Ningekuoa mali we,
Ningekuoa dada.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.
Nashindwa na mali sina we,
Ningekuoa Malaika.

28.01.10

IN DER NACHT, DER TANZ


Der Schampuswunderkerzenort



Club mit Vodkawunderkerzentorten
Ach, ich war nie ein Fan von diesen Orten.
Wo Männer, alt wie ich, um junge Frauen buhlen
und sich schicke Menschen in anderer Leute Schampus suhlen
sabbern Sakkosäcke neben Tänzerinnen
Ach, ich kann dem gar nichts abgewinnen
Schlägereien an der Tür und drinnen
Und Möchtegernmodistinnen
Club mit Vodkawunderkerzentorten
Ach, ich war doch nie ein Fan von diesen Orten
Klingt das alles arrogant?
Bin ich doch selber, stadtbekannt,
so häufig an den Tresen dort
am Schampuswunderkerzenort.
Die Nacht voll Oberflächlichkeiten
Unbegrenzte Ausschankzeiten
Die Männer suchen, gierig blickend
Nach dem nächsten Girl zum picken
Und mittendrin die Unschuld, deine
Missversteh’ nicht was ich meine
Der Diamant im Kohlewerk
Und ich, der graue Gartenzwerg
Himmel dich genauso an
Und wartete bis endlich dann
um vier Du zu mir kamst
und mich umarmst
Ach, Edelstein, Du funkelst schön
Nimm meine Hand, wir müssen gehen.

26.01.10

FÜR JOHANN LUDWIG „LOUIS“ UHLAND


Mit einem grossen Knall explodierte er und tausend Herzen schossen in den Himmel und färbten ihn blutrot, ja, es wäre sogar aus dem Orbit zu sehen gewesen, wenn man im Besitz einer Rakete gewesen wäre, oder eines Satelliten oder so, denn soviel Liebe strömte aus dem alten Haus in der Innenstadt nach oben. Aber es war schon später Abend und keiner bemerkte es, denn alle Leute saßen vor dem Fernseher, oder surften im Internet oder schliefen oder tranken in Bars billiges Bier. Hunderttrilliarden Kubikmeter ergossen sich in das Viertel und spülten den Dreck und das Grau aus den Strassen und für eine Sekunde war alles Liebe und gut und Glück. Und keiner hat je mehr Liebe gesehen als damals, als die Laternen auf den Strassen
Ihre Augen schlossen und den Kopf gen Himmel streckten und sich von einem warmen roten Schauer überfallen ließen. Alles war voller Liebe, alles. Und der kalte Stahl der fahlen Leuchten erwärmte sich schliesslich und der Stein der Stadt glühte und die Strassen und alles, nur die Menschen bemerkten von alldem nichts. Sie schliefen oder saßen nur irgendwo und dachten und rechneten und überlegten und wägten Dinge ab, die mit Liebe nichts zu tun hatten.

RIDE WITH ME

DIE MÖWE





Wir telefonierten erst vor kurzem miteinander. Und wie immer sprachst Du über Deine Träume, die zwar manchmal wirr und utopisch klangen, aber genau das machte sie wohl zu echten Träumen.
Wann haben wir uns kennengelernt, vor zwei Jahren? Ich weiß es nicht mehr. Aber anders als mit anderen, trafen wir uns fast ausschliesslich nur am Tage, tranken Kaffee und redeten über Gott und die Welt, über Pläne und Menschen, über Liebe und Hass.

Ich gebe zu, so gut kannte ich Dich nicht. Aber Du warst der einzige Mensch, der mich ab und zu angerufen hat, nur um zu wissen, wie es mir geht. Ich weiß bis heute nicht, warum.
Ich weiß nicht, wo Du nachts gefeiert hast, getanzt hast - hast Du überhaupt getanzt? Klar, ab und zu haben wir uns mal in irgendwelchen Bars getroffen, aber ein Nachtleben...nein, das verbinde ich nicht mit Dir. Du hast immer gesagt, Du wärst wie der "Held" aus unserem Lieblingsbuch, nur ohne seine schrecklichen Taten. Warum musstest Du Deine Meinung ändern?
Du sagtest mir einmal, wegen mir hättest Du aufgehört, in einen bestimmten Club zu gehen, wegen mir hast Du angefangen, andere Musik zu hören, andere Bücher zu lesen. Ich habe das damals geschmeichelt, wenn auch verwundert aufgenommen, warst Du doch selbst ein starker Mensch mit festen Vorstellungen und Prinzipien. Und egal wie Dein letzter Schritt aussah, stark, das warst Du.
Uns verband mehr, als ich vielleicht mal geglaubt habe. Aber doch kann ich nicht erahnen, was wirklich in Dir vorging. Aber wer kann das schon über einen Menschen behaupten, egal wie gut oder wie schlecht man ihn kennt. Ist doch irgendwie 2010, oder? Moderne Zeiten und so. Anonymitäten bestehen, Facebook hin oder her.
Uns verband ein langjähriger, gemeinsamer Freund. Es tut so weh, dass wir innerhalb kürzester Zeit den zweiten Menschen verloren haben, der auf seine Art und Weise etwas ganz besonderes war.

Als wir im Sommer letzten Jahres wieder einmal bei einem Kaffee zusammensaßen, hast Du zu mir einen Satz gesagt, den ich seitdem nicht mehr vergessen habe. Du lachtest dabei und es klang wie ein einfacher schicker Klischeesatz, den Du nicht ganz ernst nahmst.



"Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen."


R.

25.01.10

THERE'S NOTHING LIKE YOU AND I

We spent some time
together walking
Spent some time just talking
about who we were
You held my hand so
very tightly
And told me what we
could be dreaming of

There’s nothing like you and I

We spent some time
together drinking
Spent some time just thinking
about days of joy
As our hearts started
beating faster
I recalled your laughter
from long ago

There’s nothing like you and I

We spent some time
together crying
Spent some time just trying
to let each other go
I held your hand so
very tightly
And told you what I would be
dreaming of

There’s nothing like you and I
So why do I even try?
Because there’s nothing like you and I

23.01.10

NUR'N KLEENER JUNGE

"Round my hometown
Memories are fresh
Round my hometown
Ooh the people I've met..."

KEEP ME

Tender is the truce I'm tasting, watching you dictates
Heady nights of sleepless wasting a face I can't escape
Help me now I'm slipping deeper, tell me what to say
When without words you call me closer each time you turn away
Something inside you cries but is it something I'll never find?

21.01.10

TAKE ME OUT TONITE

DER LIEBLINGSFISCH

Am Haifischbecken

Schwimmende Symbole mit gezackten Zähnen und rauher Haut und hier wird jetzt, am Morgen, unsere Zukunft durchgekaut?
Sie kauen zwei Tage lang! Denken und schwimmen, schauen sich an, die Haie im Haifischbecken, in einem Becken voller Haie, mit starren Augen, lidlos und dunkel.
Das Wasser ist trüb, aber noch immer ist es Wasser, das Wasser, im Haifischbecken, im Becken voller Haie.
Die Haie, sie wissen nichts von alledem da draussen? Das sie längst in unseren Tränen hätten schwimmen können, selbst die großen Fische? Die ganze Stadt weiß doch davon!
Wir haben nie geschwiegen, geschwiegen wie Fische und jetzt schwimmen wir doch selbst, in einem Meer aus Tränen.

Der Hai ist mein Lieblingsfisch, Du fragtest mich doch mal danach, erinnerst Du Dich? Ich weiß nicht warum gerade der Hai.
Über keinen Fisch denkt man so viel zu wissen und doch weiss man fast nichts.
Einzelgänger, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

19.01.10

TAKE A BOW

take a bow the show is really over now I don't go home alone tonight I rather suffer from the cold outside I take a bow I just don't know how Try to track me down in darkness Everything I was is now a mess I take a bow as low as I can go when I will be free for ever And whatever clever

GO FIGURE THE MISERY

AIRPORT

Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu,
Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu,
Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu,
Tür offen, Tür zu,
Tür offen, Tür zu, Tür offen,
Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu, leben oder sterben, leben oder sterben, leben oder sterben,
leben oder sterben, leben oder sterben,
leben oder sterben, Tür offen, Tür zu, leben
oder
sterben,
leben oder sterben, leben oder sterben, leben oder sterben, leben oder sterben, leben oder sterben, Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu,Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu,Tür offen, Tür zu, Tür offen, Tür zu,Tür offen,
Tür zu, Tür offen, Tür zu.

18.01.10

I'M NOT THE MAN YOU THINK I AM

DER HALBIERTE MANN

abend 1
beseelt von glück
du: zur tür hinein im restaurant
wo schicke leute schickes essen kauen
und leise lachen frauen.
und wir uns lustig machen auf vernissagen
von kunst, die wir beide nicht verstehen
wir gehen.
wandern, festival des lichts
du hakst dich ein, wir fühlen nichts
als harmonie und zuversicht
das schönste hier ist dein gesicht.
küsse, in gedanken
denken ohne schranken
nie war ich bereiter
liebe meines lebens
sag das alles geht jetzt weiter
und gar nichts war vergebens.

sinnlos: tage ohne dich
graue tage: widerlich
der halbiert mann, der ohne dich nicht stehen kann

11.01.10

KAMPF 101

Niemand altert einfach dadurch, das die Jahre vergehen. Wir altern, indem wir unsere Ideale aufgeben. Die Jahre hinterlassen vielleicht Falten auf der Haut, aber die Begeisterung zu verlieren hinterläßt Falten auf der Seele.

GEGEN

Gegen Windmühlen

Gegen Vorurteile

Gegen Gegenwind

Gegen Zweifel

Gegen Zweifler

Gegen Freunde

Gegen Feinde

Für die Liebe

10.01.10

DAS ERWACHEN

Die Nacht war viel zu alt und schaurig,
der Morgen viel zu jung und grau
und wird der Tag auch dunkeltraurig,
die Gedanken sind doch endlich klar und haargenau.

09.01.10

WIR

früh aufstehen gehört zu meinen lieblingshobbies, französisch wünsche ich mir als muttersprache, zig-tausend selbstportraits befinden sich auf meiner festplatte, ich hasse leute, die selbstportraits knipsen, seit einem jahr trage ich ein lederbändili, meine lieblingsband ist nicht populär, ich hasse unpopuläre sachen, meine lieblingsfarbe ist schwarz, an meinen wänden hängen bilder von superdünnen künstlern, ich mache alles wichtige immer in letzter minute, vieles vergesse ich einfach, biologie war mein lieblingsfach in der schule, obwohl ich in englisch viel besser war, ich war mal mit einer schauspielerin zusammen, in meiner wohnung staut sich gebrauchtes geschirr, mein rechter zeigefinger ist verdreht, ich besitze meine blinddarm noch, meine mandeln ebenso, ich kann nicht mit geld umgehen, geschwindigkeit macht mich nicht unglücklich, geduldig zu sein ist mir unmöglich, ich besitze ein buch über den dalai lama, ich glaube nicht an gott, oft spreche ich ehrlich aus, was ich denke, obwohl ich manchmal lieber schweigen sollte, manchmal bin ich oberflächlich, ich hasse oberflächlichkeit, ich kann mich nie entscheiden, mein größter traum ist unrealistisch, ich singe immer ganz laut mit wenn ich musik höre, ich kann singen, ich habe als kind selten mit mädchen gesprochen, weihnachten und mein geburtstag sind mir nicht wichtig, silvester vermassel ich jedes jahr, engländer sind mir sympatisch, wenn ich hunger habe werde ich aggressiv, ich geh gerne in konzerte trotz platzangst, ich glaube dass der mensch für den klimawandel verantwortlich ist, ich kann den text zu meinen lieblingsfilmen nur bruchstückhaft auswendig, ich glaube nicht, dass ich gut bin im bett, fände das aber wichtig, ich will mal am meer wohnen, mein seelenverwandter ist eine mischung aus dean martin und joe strummer, der lepidoptera ist nicht mein lieblingstier, eine skaterphase habe ich zum glück nie gehabt, wenn ich trinke dann trinke ich immer zu viel, ganz oder gar nicht, man bringt mich leicht zum weinen aber auch zum lachen, ich bin gerne alleine, ein teil von mir ist sehr romantisch, der andere sehr realistisch, ich fluche viel zu viel, ich schenke gerne, ich mag es nicht beschenkt zu werden, zu meinem begräbnis will ich „somebody“ von depeche mode laufen lassen, genauso wie zu meiner hochzeit, ich hoffe auf ein leben nach dem tod, glaube aber nicht daran, meine wenigen freunde sind mir wichtig, familie ist für mich noch nicht das größte, dass einzige das ich an mir mag sind meine augen.

07.01.10

OHNE

"In jener Stadt: Stille. Kein Lufthauch bewegt die kahlen Äste und kein Gemurmel durchbricht das leise Atmen mancher Seelen, selbst das Getöse an den Fronten ist verstummt. Und während die Ruinen dampfen, vereinen sich die Schwaden traurig mit Dunst und Kälte. Nun stell die Uhr auf Null und atme durch. Nimm meine Hand. Jetzt ist die Zeit. Ich liebe Dich. Keiner dieser Menschen kann erahnen, was ich fühle. Ich trage auf meinen Schultern Lasten, die kein Tier dieser Welt zu ertragen vermag. Kein Bär, kein Löwe. Aber ich fühle mich lebendig. Ich fühle mich geboren. Ich atme Dich.

Was

ist

dies

alles

ohne

Dich?

06.01.10

OHNE WORTE

herrliche eifersüchteleien!
dicker arsch!
wie süß!
haareziehen!
kneifen!
meins meins meins!
platzhirschin!
gibts doch gar nicht!
wenn dann reh!
polterreh!
methusalem!
wie süß sind kinder nur.


05.01.10

THEY WON'T WIN

GOOD

I am living
in a lightbulb
and if I'm crushed,
I set the streets alight.


03.01.10

HA HA

Die üblichen, unlustigen Komiker (oder waren es Comedians), deren einzige "Spontanität" darin besteht. auf zufällig aufgeschnappte Stichwörter Bruchstücke Ihrer lausigen Bühnenprogramme abzurufen. Dieser Preis sollte einigen von Ihnen einfach nur in Arsch gesteckt werden.
Nichts ist trauriger in Deutschland als Comedy.

02.01.10

NIEMALS

"Natürlich gibt es Rückschläge, was haben Sie denn erwartet? Ich bin doch nun wirklich alt genug um zu wissen, in welche Schlacht ich ziehen darf. Und dies hier ist so eine, müssen Sie wissen. Ich bin ein Kämpfer, wenn auch ein schlechter. Ich habe nicht die richtigen Waffen und auch der Rest der Rüstung ist nur bruchstückhaft. Lausig sehe ich aus, schauen Sie mich an. Aber ich schaue nach vorne. Ich trage meine schartige Klinge immernoch stolz vor mir her. Ich werde nie aufgeben. Ich trug dünne Skaterschuhe im Schnee, es war bereits später vormittag, zumindest kam es mir so vor. Die Stadt war still, nur vereinzelt hörte man aus der Ferne schwache Böllerschüsse."

DIE LETZTE STUNDE

Gala Mittermeier Comedy Wiederholungen Lustig Ihr Müsst Doch Lachen Warum lacht Ihr Nicht Und Auf DMAX Bauen Nerds Boote Aus Plastik DVD An Auch Nicht Besser Wann Ist Es Denn Endlich Zwei Uhr Ein Countdown Und Da Noch Einer Überall Nur Countdowns Wo Ist Denn Der Barth?

31.12.09

HIER IST ES ALSO

Ätherische Erinnerungen
Bilder.
Status: Ungebunden
Treffen, lachen, erster Kuss
Genug Tränen sind vergossen
An manchem Morgen dieses grauen Jahres
Und bevor das letzte Feuerwerk verschossen
entdeckt der Mensch wunderbares
Atomares.
Hier ist es also.
Atme durch.
Spürst Du die Wärme meiner Hände?
Spürst Du eine Schwermut, wenn sich gelbe Himmel neigen?
Wenn sich kalte Wolken zeigen?
Wenn die Welt, in der wir leben sollen
sich ankündigt mit tiefem Grollen
Keine Furcht!
Denn ein klärendes Gewitter
klärt alles das was bitter war
in süße Neujahrsgrüße.
In der letzten Nacht des Jahres,
am Ende der Zeit,
stell die Uhr auf Null und atme durch.
Nimm meine Hand.

30.12.09

ORANKESEE

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BONFIRES

i wiLL be WAIting in My shACK
holDINg out FOr YoU
the WHOLE nighT and LET this BE
an EasY THING To DO
it IS THE TIME
THEy say
on The StREEts
aND in tHeir heARts
SPArks are All ArOUnD uS
we just NEED tO bRiNg the wooD
and I AM AriD
so I will help
tO MaKe IT burn


28.12.09

27.12.09

DER SCHUSS

WENN DIE STADT IN RUHE LIEGT
UND KINDERSTIMMEN LANG VERHALLEN
UND AUTOS PLÖTZLICH STILLE WERDEN
DIE ASPHALTSTRASSEN NICHT MEHR SCHALLEN

WENN SELBST DER WIND KEIN MUCKS MEHR MACHT
SELBST MEIN GRUMMELN KOMMT ZUM SCHLUSS
WENN DIE ERDE NICHT MEHR DREHT
DAS IST DIE STILLE VOR DEM SCHUSS

SO 03:36

Wie ein Geist aus Kinderbüchern
verfolgt mich die Vergangenheit
Wo meine Schuhe Spuren lassen
endet oft die Ewigkeit

Ich lerne schwer aus dem, was war
Denke nur in krummen Bahnen
Und obwohl ich weiß was richtig wär
Schreib ich's nie auf meine Fahnen

Mein Herz hat mich im Griff so sehr
Auch jetzt und hier, macht mich das dumm?
Wenn's denken nur im Brustkorb geht
Dämmert's Hirn nur vor sich rum.

25.12.09

LOCK

MINISTRY OF SOUNDS OF SILENCE

DAS LEERE LAKEN

nicht nur das normale, ordinaere vermissen der menschen, nicht nur der flapsige wunsch, geaeussert in heiterer runde, mit teil seines herzens bei dem traeger der zweiten haelfte sein zu wollen, nicht nur der wunsch der lust nach vervollstaendigung, nein, dies alles ist viel mehr, so viel mehr und reiner, es ist das einschnueren der nerven, das verkrampfen der seele und seiner organe, der pure und unversteckte drang nach ihrer naehe, nach dem teilen ihrer gedanken, nach dem halten ihrer hand, nach dem hoeren ihrer stimme, nach dem beruehren ihres koerpers, es laesst einen nicht schlafen, es laesst einen nicht wachen, keinen klaren gedanken laesst es einen und doch laechelt der mensch denn er laechelt in ihr, in mir, jeden tag, jede stunde, jede minute von neuen und nichts ist schoener, hier, jetzt, immer.

23.12.09

FEINDLICHE GEDANKEN ZU WEIHNACHTEN 7

23. Dezember 2009

Liebes Tagebuch,

ein Teilsieg. Berliner Regen hat den Schnee weggespült. Jetzt ist fast alles wie immer. Hab mir vorhin eine Flasche Wodka gekauft, um morgen abend irgendwie zu überstehen, sprich im betäubten Zustand.

19.12.09

KEINE SPUREN

mein hof, dein see
beide tragen deine spuren
die keine uhren dieser welt
nicht begleitet haben
doch die zeit rinnt
und vergessen
sind bald alle fragen
die das kind
so blauäugig
stellt, erhaben
neunmalkluges
allerlei

mein hof, dein see
beide erden taub
von schnee
in jeder kalten nacht
stundenlang damit verbracht
da zu sein
allein
und doch mit dir
auf der suche
nach dem wir
barfuss heisst nicht gleich verrückt
ok, vielleicht ein kleines stück.

18.12.09

AUF DEM BODEN

that's what you get from chatting

17.12.09

FEINDLICHE GEDANKEN ZU WEIHNACHTEN 6

17. Dezember 2009


Liebes Tagebuch,

jetzt schneit es richtig. Selbst das Wetter ist nicht mehr auf meiner Seite. Ich surfe auf Seiten, die angeblich helfen sollen, den Heiligen Abend überleben zu können. Aber dieser Begriff ist äußerst dehnbar. Ein Blitzschlag könnte durchaus helfen - nicht steuerbar und aus heiterem Himmel. Ich bastle mir jetzt ein Antennenhelm und gehe in die Natur. Und dann heißt es nur noch: Hoffen. Obwohl auch dieser Begriff eher sehr dehnbar ist.

LEBE HESSE!

es ist jetzt die zeit zu zeigen
mach sie dir zu eigen
der anlauf kann nicht größer sein
komm zu mir und kehre heim.



16.12.09

NIEDERSCHLÄGE

Jede Flocke, die sich auf meine Schulter legt, lastet tonnenschwer.
Jedes Schneekristall in fraktaler Geometrie
drückt so sehr
Und sechsarmige Dendriten klammern wie stahlharte Nieten
Ich kann nicht mehr.
Diffuse Reflexion und alles scheint nur weiß
was wirklich farblos ist.
Fester Niederschlag und eiskalte Hände frieren das ein,
was man sonst vergisst.
Nein, der Winter ist kein Freund von mir.





15.12.09

BITTE KEIN DA CAPO

MUSIK TÖTET.
HÖRT KEINE MUSIK.
MUSIK TÖTET.
HÖRT KEINE MUSIK.
IHR NEHMT ES NICHT ERNST.
IHR NEHMT MUSIK NICHT ERNST.
HÖRT KEINE MUSIK.
IHR VERSTEHT ES NICHT.
IHR LEBT ES NICHT.
HÖRT KEINE MUSIK.
MUSIK TÖTET.
IHR VERSTEHT NICHT.
OHNE HERZ.
MUSIK TÖTET.
HÖRT KEINE MUSIK.
WAS BEDEUTEN SCHON EURE TÖNE
WENN SIE LAUTER SIND
ALS MEINE NOTEN?
ALLES IST UMSONST.
ALLES STIRBT
MIT MUSIK.

FEINDLICHE GEDANKEN ZU WEIHNACHTEN 5

15. Dezember 2009

Liebes Tagebuch,

Du hast die schlechten Neuigkeiten wohl schon gehört? Die einzige Hoffnung, ein wenig Seelenruhe zu finden am sogenannten Heiligen Abend, schwindet mit jeder Stunde. Auch dieses Jahr wird Weihnachten also ein Stück schlimmer wie das Jahr zuvor. Diesmal schaffe ich es nicht. Und an rettende Engel glaube ich nicht mehr.
Hallo Papa.

Noch 9 Tage.

12.12.09

SOFANATISCH

dieses möbel hat zuviel gesehen
durchnässt von bitterkeiten
es kann dich nicht verstehen
nur tiefen schmerz bereiten

raus mit dir, du böses möbel
mach platz für helles leder
gesell dich zu dem andren pöbel
und reparier' mal deine feder

FEINDLICHE GEDANKEN ZU WEIHNACHTEN 4

12. Dezember 2009

Liebes Tagebuch,

habe schlecht geschlafen. Hörte gestern in den Wetternachrichten, dass mit Schneeregen gerechnet wird. Heute aufgewacht - falscher Alarm. Bin einigermaßen beruhigt. Alles nur kein Schnee, nicht mal mit Regen.

Das Berliner Abwasser am Breitscheidtplatz ist mit Röstzwiebelwasser verseucht. Der Senat erwägt Evakuierung.

10.12.09

BARNIM

Wenn er in den Himmel blickte, an diesem Ort, an diesem Abend und das Schwarze, dass sich weiter unten in dem stillen See zu spiegeln versuchte, zu erklären versuchte, verschwanden seine Gedanken plötzlich und nichts war mehr da als Luft und Kälte. Hier war ein Ort, der so sehr wie sie war, dass er am liebsten auf ewig auf der Mauer sitzen wollte um in die flachen Wellen zu starren bis das Alter hin dahinraffte und er selig Teil der Erde wäre.

TICKS AND SNATCHES



09.12.09

STREAM OF CONSCIOUSNESS: TRANSATLANTICISM

april facebook borchardt grill creme brulee lachen schüchternheiten beulenauto wiedersehen club küssen ohnmacht transatlanticism grill tausend ehrlichkeiten oreos schwester probleme weisse crisp felix musik cds lachen küssen schwarze kissen penaten autoschlüssel vermissen, immer wieder das vermissen vergessene gefühle vip lounges verehrer stolz sex unsicherheiten dvd schlaf eis schwester unerwünscht zu alt egal vermissen, immer wieder das vermissen oberflächlichkeiten sind egal oreos, immer wieder oreos hermann hesse buch geschenke pleite alles geben alles geben küssen grill lebenserfahrung dummer spruch egal es schweisst zusammen cds musik depression dann küsse die rettung hungerstreik albträume küsse umarmungen sind rettung vor der welt missverstanden unterschlupf facebook status überbewertungen vermissen, immer wieder das vermissen küssen grill felix offen sein weisse crisp verbündete im kampf perfektion grummelnd verständnis küssen alles wird alles macht sinn mit dir monopoly millionen teilen lachen küssen vermissen, immer wieder das vermissen so viel glück kann nicht sein ich lache ich vermisse ich küsse ich ärgere ich bin schulter.

08.12.09

DAS ZITTERN

"Es ist auch immer dieses Zittern dabei, das weiss ja jeder. Dieses Zittern, welches erstmal, also im Moment seiner Geburt, neutral ist. Also kein gutes Zittern oder etwa ein schlimmes. Nein, dieses Zittern ist von Geburt an unschuldig. Aber dieses Zittern ist ein Zwitter. Im späteren Verlauf wird es nicht etwa böse und bleibt böse oder gut und bleibt gut, nein. Dieses Zittern ist alles und immer wieder. Dieses Zittern steigt auf in dünne Höhen und fällt in dichte Tiefen und das immer und immer und immer wieder. Man wünscht sich das gute Zittern, man betet zu seinem Gott , dass er es endlich schicke und man verflucht das schlechte Zittern. Das Zittern an sich ja nur ein Zittern. Rein physikalisch gesehen ist jedes Zittern gleich, ob es nun gut oder schlecht ist. Man zittert halt. Aber tief im Herzen ist dieses Zittern mehr, es ist Grund für ein Lachen und Grund für tausend Tränen."