12.04.14

ES GIBT NICHTS ZU SEHEN, AUSSER MAN TUT ES


der kleine saenger am zoo, 
neben currywurst und sushi, 
macht alles langsam
aber mit jeder ampel wird sein halleluja
 kleiner und stirbt den tod den es verdient
wo die tiefe sonne zwischen lycraspalten blinzelt, 
mit warmen strahlen im bein-wirrwarr der einkaufsstrasse
verfuehrerisch um achtung winselt. 
im gewirr der zweige sind chameleons versteckt 
und mit etwas abstand kaum noch zu sehen, 
aus der ferne ist dann alles weg und nichts, 
reines nichts ist zu erkennen, 
aber das klar und deutlich.
heute kommt das stöhnen auf den klos vom band
weil kokain den sex ersetzte.
bibi westwood und neonschuhe,selbst das cookies
war noch cool, aber es war nichts so wichtig
wie man hoffte und nichts so gut
wie man sich fühlte

15.03.14

CASTING / SBAHN / SUPERTROCKEN


Waggon, mit Schweiss und Bratwurstduft 
vermengte kalte Menschenluft, 
Nahverkehrsverbindungssucher 
mampfen hinter Milchglas Plunder.
Augen schliessen, Stahlgeratter, 
Nullerjahre: Koksgeflatter
Gegen Wind und Windigkeiten
knattern still die Eitelkeiten
unbekannter junger Dinger
Abgekaute duerre Finger
Weisen deinen Weg hinan
Es zieht und zerrt und irgendwann
Ist Endstation in Wartenberg
Und augenreibend faehrt
die Bahn den Kreis zum Anfang hin
Und du, nur taub von ihrem Sinn
Fuers Grobe unter all der weichen Schale
Wachst schnell und murmelst wage

27.02.14

ÜBER ESSEN UND WÜSTEN UND FRIEDHÖFE



zu wenig freude
und zu viel schaden
blasse lippen die an
roten nägeln nagen
kommst du nicht raus
aus deinen kreisen
auf alles ausser morgen scheissen?
oder hast du schon vergessen
ich kann nicht mal mit stäbchen essen
du schöne kluge hure
lösch nur deine graue fuhre
auf andren kippen jenseits ab
denn deine zeit wird knapp



24.02.14

14.02.14

SYNAPSE HP

Wo alles draussen blieb,
und nichts blieb drinnen,
durch Schleier voller Flaschenbier,
Edelstahlstangen, Flugrost,
Drumcomputer, Strapse

10.02.14

ZÄRTLICHE BERLINALE, DREI

WIE INSIDER WISSEN
HAT GEORGE CLOONEY
DER BERLIN LIEBT
UND IM SOHO HOUSE WOHNT
IN SEINER LIEBLINGS-SUITE
BEVOR ER AUF DER
TORSTRASSE ESSEN GEHT
ODER AUF DER FRIEDRICHSTRASSE
IN SEINEM LIEBLINGSSTRICKPULLI
UND VON BERLIN ERZÄHLT
EINEN NEUEN FILM GEDREHT
DESSEN TITEL ICH VERGESSEN HABE

30.01.14

ZÄRTLICHE BERLINALE, EINS




solange deutsche 
filme in der sparte 
"perspektive deutsches kino" 
gezeigt werden, 
solange ist man nicht 
ehrlich
zum zuschauer.

15.01.14

FRÜHSTÜCK

DU HÄLTST DEINE
NEW YORK TIMES
ZWEI KILO SCHWER
UND VOLL MIT BUNTEN
ANZEIGEN
RENNST NACHTS
DURCH PARKS
UND SCHWINGST
DEINEN ZOPF
DURCH UNTERHOLZ
UND DRAHTGESTRÜPP
IM BOIS
UM CIRCA MITTERNACHT
ALLE UHREN BLEIBEN STEHEN
ALS SIE NICHT MEHR WISSEN
WELCHE RICHTUNG
RICHTIG IST


22.12.13

GEGEN EIN BESSERES DEUTSCHLAND



sTefFen hENSslEr

HoRSt lichTeR
daniEL AMInaTi
ECKArt vOn HiRScHhAuSeN
BulLY HerBig
stEfFEn HenSSLer
bUllY HerbIG
tIm MÄlZer
BULLy herBig

stEffEn HenSsLer
BulLY HerBig
bUlLy heRBIG






17.12.13

BERLIN, NEBEL, DREI

Ich habe eine unsichtbare Box
aus Plastik,
mit Überlebenden
aus Spitze
Wie ein dunkler Fleck
lag dieser eine lange
unbemerkt von mir
unter meinen Mänteln
Abgelenkt, wenn du nur da sitzt
und deine John Denver Cassetten spielst
bis sie bluten


06.12.13

NATIONALISM



the last time
cut your hair
everything is painted
take you now, 
hands are buried into beddings

she was swallowing doses
dancing guns and noses
save your howls
for the mature world




24.11.13

HOLZSPITZENSLIP

am zaun stehend
zehenspitzen
loch im brett
hindurchspitzelnd
baustelle,
deine hier
teufelkonstruktion
und bier

facharbeiter fehlanzeige
lebenslange langeweile
grade wegen grader wege
wegen schönheit.
morgens früh
um sieben hier
danke nein
ich trinke bier

mach du mal
alleine weiter
zerbröselte karriereleiter
hauptsache
die andren denken
wo ich hinwill,
kann ich lenken

grabgelegte jugendträume

20.11.13

16.11.13

HERBST 2

Oh, und es sind Blumenheere
Im Zigarettendunstgeschwafel
Stimmenwirrwarr, ich vemehre
Problemgeschwader an der Tafel
Deiner Tugend, die noch stetig
Alles um dich 'rum erinnert.
Wir mühten uns mehr schlecht als redlich
zum Umarmungskriegsgewimmer.
In Nächten wie zum Beispiel heute
Weiß ich was ich dort verließ
Als ein schwarzhaariger Wind
Mir ständig in die Seele blies. 


15.11.13

FYI


10.11.13

14 / B


Drei Flaschen, vier Schachteln
Und siebentausend Sätze
Ohne Punkt und Komma
und ich schätze
die Teufel kommen gegen Mittag
und spätestens am Abend das Gezitter
Es regnet jetzt auch schon im Dunkeln
Wenn im Wind die gelben Blätter schunkeln
An der Brandwand gegenüber
totgestarrtes Efeu, lieber
nochmal Jahre voller Reue 
als Sekundenungeheuer

Nach Tausenden von Jahren
will ich zurück nach Afrika
Rätseln, wenn Menschen sich
in Demut räkeln 
und nichts und wieder nichts entsteht
aus Ehrlichkeiten. 

06.11.13

04.11.13

KLH






















Brotkrumengeographie und Käsereste, halbendliche, goldene Morgen. 
Interpretation von Millimetergestiken zwischen Pappbechern und Dim Sums.
Im  Herbst, mit Joseph Beuys, umrundeten wir Weltverbesserungsmaschinen. Deine Beine staksten verkatert zwischen Vögeln aus Metall, doch nichts zwitscherte hier. 
In atemlosen Pausen... stand alles still. 
Wir griffen Hände, zwischen Kunst. 





Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren

30.10.13

FAUST 3

Du Spiegelleser, dreckiger Interlektueller, scheisst Deine Menschen zu mit Bildern Deiner ledernen Leica, die Du für Sekunden in die Hände von Handlangern drückst, von Stiefelleckern, von Lutschern, damit Du deine mickrige Persönlichkeit im Glanz von prominenten Mitbewohnern wenigstens halbseiden wirken lassen kannst, "seht her, ich bin doch wer, ha", du kleiner, hässlicher Teufel, du kleinster Teufel. Fotografiere die Kunst und nicht den Künstler. 

01.10.13

ARNIKA UND AUSTERN UND KIPPENBERGER UND GRÜNES LEDER



Du schliesst final in sattem Gold 
Himmelsbeine um den Pegel
eines krachend-lauten Herzschlags 
den ich gestern noch im Koma wähnte
Und all die Exkursionen 
zu Plätzen, an die's uns treibt
wo ich schüchtern, still und atemlos, 
verwundert mir die Augen reib'
Die Idee klingt so absurd, 
wie sie halt klingen muss
Nun ist aller Suche Ende
Enthaltsamkeit im Überfluss
Verkatert schöne Sonntagstouren
mit Schwarzmetall- und Rotrunduhren
heimlich blickend, fehlersuchend
gestern lebend, heute jubelnd










02.09.13

DE RA CI NATED


wie sie sich fragen, wie sie aussehen, 
wenn sie dich ansehen 
mit ihren zweiknopfdoppelkragenhemden 
Wie seh ich aus wenn ich dich ansehe 
wohin siehst du wenn du siehst 
das es nichts zu sehen gibt , wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wer will schon hinsehen, 
wenn jeder es sehen kann, 
wenn es jeder sah 
wie, wenn es jeder hoert,  
in diesem romantischen ensemble, 
wo man sich sieht,  
haette ich nur gestoert
Wie sie sich jagen, 
in schnellen schuhen, 
mit kraeftigen waden, 
in schnellen schuhen, 
wie sie sich jagen
In gewaehlter betaeubung, 
mit jungen herzen, 
jenseits von unmut, 
jenseits von schmerzen
Wer will schon hinsehen, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder sieht, 
wenn es jeder ruft, 
wenn es jeder hoert, 
im romantischen  ensemble, 
haett ich nur gestoert
Wenn es jeder spuert, 
wie du es spuerst, 
wie man es soll, 
wie jeder es hoert, 
wie es jeder sieht, 
wie jeder es kann, 
wie jeder es will, 
will ich es nie, 
will ich es nicht, 
ich will dunkles licht, 
unter dem was du  siehst, 
wie man es spuert, 
wie jeder es sieht, 
wie man keine verfuehrt, 
so will ich es hier, 
wo keiner es sieht, 
und keine es will

20.08.13

RANTAG


12.08.13

PRESSHOLZBUDENDÖRFER SIND KEINE STÄDTE

was hat dich denn geritten
du kleinkarierte grosse stadt
das mitten in dem westen hier 
das arschloch seine mitte hat
unter der ruinenkirche, 
sommer winter allertags
geistern flashbackpennerdirnen
langsam ihre runden ab

01.08.13

42 ITALIEN

hier werden noch welpen getauscht gegen konzertkarten für gianna nannini und die strände sind überschwemmt von mittelgrossen langhaardackeln, in grausam-engen badehosen, die viel zu große hoden halten, und sonne, und sonne.

der weibliche schnitt von strand 4B liest shades of grey hinter schirmen und brillen und geht auffallend oft ins brusttiefe wasser, steht dort, in sanften wellen, mit geschlossenen augen, nur für minuten, stakst zurück an land und schläft dann in der sonne, in der sonne.

alles rennt, alles redet, alles ruft, alles ebnet alles Raue, alles Hohe, alle Kanten, alles Rohe, in der Sonne, in der Sonne.

08.07.13

MONTAG



06.07.13

330

berlin ist immer dann so 
wunderhaft,wenn andere 
es nicht nüchtern sehen
wenn die stadt alleine ist 
und unbeobachtet,
und nicht ständig kommentiert 
wird weil alle schlafen oder 
bewußtlos sind 
oder tot oder aus anderen 
gründen nicht mehr am 
vergleichen sind
wenn berlin alleine ist mit sich  
menschenleer in dämmerung
mensch, berlin braucht dich nicht

21.06.13

21 JUNI


19.06.13

BLOND IM GRÜN, UM DREI UHR FRÜH

macht dich das nicht traurig / krank,
nach dem siebten weissen band
umherzuspringen wie ein frosch
bist angedreht schon seit dem grosz
vor gefühlten dreizehn stunden
drehst du deine eignen runden
auf nem meter mal nem meter
der immer enger wird und später
deine kleine fratzenschau
zudem auch noch himmelblau
immer tiefer in die senke
kontrollverlust und nebelbänke

07.06.13

DIE LEERE WIRD AUCH NICHT DURCH EUCH GEFÜLLT

Kudammdämlichkeiten in vergewaltigten Räumen mit hohen Decken und Lüstern mit Schildpattblattgoldexzessen und mittendrin du, und du mit ihr und sie und hmm das Filet zergeht ihr auf der zugekoksten Zunge und schade dass man hier nicht rauchen darf und tja der Service ist so so la la aber hey, und Alabaster soweit das Auge reicht und endlich passiert mal was und der Westen kommt, aber eigentlich kam er schon und ging schon wieder, denn keiner war noch nüchtern und keiner hat's gesehen nur später hat man's lesen können in Briefwurfsendungswerbungsheftchen und Gratispartybildmagazinen die bei Udo Walz faltig in den Ecken liegen, zwischen abgeschnittenen Locken und leeren Tuben mit Placentaforschungscremes und grade der, der immer kritisieren musste, die grosse Stadt, die aufgebläht mehr scheint als ist und Perversion, Gewalt und Spott, gerade seinen Namen knebelst Du und hämmerst ihn über deine Billigpforten über dem beheizten Gehweg und werdet glücklich, aber werdet endlich irgendwas. 

25.05.13

BUD, 00:00 UHR

.wenn man so des nächtens nächtigt
.lider weit und unverdächtigt,
.das fleischgeröll im herrenhirn
.unverpackt in frottee-zwirn
.und nikotin in dunkelheiten
.die sich hinterrücks verbreiten
.weiss man jetzt und schluss und endlich
.alles wache ist vergänglich.




in armeebekleidung
nachtwandeln in der paris bar
ohne schlüssel und erinnerung
der tag dröhnt, der tag bleibt hell

21.05.13

WINDRICHTUNG:


ostseestimmung /s-schwankungen
funktionskleidung im sommer

nasa-nähte
schaumstoffdrähte
know how aus der raum-rakete



17.04.13

1234 MAL "

pick up am ritz, tausend euro gin 
und nuesse, 
bargesitze, chips und ticks, 
frotteetuecher, goldhahnklo 
und wir, wie immer, horrido, 
vermisse nichts als ausser dem, 
das oberflaechensprechextrem, 
detailversessenheit zu sehen 
und immer weiterstehen
...  in nebuloesen nachtkaschemmen 
morphing into partymemmen, 
gaehnend lachend blitze feiern, 

frueh ins bett und high five maenner, 
sehnsuchts-  und gefuehlgereier, 
auf der suche, quest, und finden
binden, binden, binden, binden. 

01.04.13

KEINE ATEMPAUSE, JETZT


man spürt die stadt wenn sie erwacht
wenn du mit ihr die nacht verbracht
hast, schlafend, dunkelzimmertreu
und eben nicht im draussen einerlei
die beine zittern schlank im nylon
halten dicht und wenn sie meinen
sie sollten können dürfen regen
nur um deine sucht zu pflegen
das alles ist nicht wichtig jetzt
wenn du dich in die zeit versetzt
wenn arme schützen, licht entsteht
es gibt kein wind, der mich verweht

11.03.13

SPRING JETZT

"Und dann stand er in 
seinem Wohnzimmer, 
mit Flipflops an den Füßen 
und mit einem Schirmchencocktail in der Hand 
und einer Sonnenbrille auf der Nase, 
er stand in der kalten Wohnung,
und starrte entsetzt aus dem Fenster."

13.02.13

FEB

Der Raum hier ist groß und voller Menschen, soweit das Auge reicht.

 Erst auf den zweiten Blick erkennt man hier und da auch Schauspieler.

Und dann steht der Vater da, in der großen Stadt, in grauer Cordhose

     und hilft dem Mädchen mit dem packen der  Bilder, der Sachen, der Koffer.

Es geht wieder nach Hause. Wir haben Dein Zimmer nie aufgegeben.


30.01.13

ZWEI DUTZEND LIPPENPAARE


"Denn am Flurwandtelefon klammern sich verzweifelt Schnipsel von vorgestern,
wie Fotos und Teile von Fotos und Teile von Teilen von Fotos
und handgeschriebenes, in Schichten, wie eine Warnung:
Nicht jeder ist ein Künstler, nur weil er schafft, zu überleben.

Der Morgen zittert sich nach oben, ob Du es willst, oder nicht."

26.01.13

YOU AND THEM

it's bumming, pumping 
and it's six past seven, 
the wooden booth is stomping 
like a living way to heaven, 
the glimpses are intended, 
the minds are boozed forever, 
they never learn to take the branches, 
they never go there ever. 
although they're so in blow right here, 
they're blacking out the color, 
they do the grey and wear a paleness 
to put themselves in cover





18.01.13

HALSTÜCHER AM ABEND


Sisyphos und Absurdismus

 "Das ist alles so kompliziert, mit den Blumen und der Romantik. ..und dann Luegen ueber Luegen."
 (Dr Zoidberg)

(...) Besonders unverzeihlich ist  jedoch, dass die Leidenschaft reine Behauptung bleibt. 
Das der Koeder nicht geniessbar war.  Kein Mensch vernahm den Befehl zum Rueckzug, nicht auf dieser Seite der Front, nicht in diesen Graeben voller Leichen.
Und Hundert Jahre spaeter, schwebt die blasse Frau in Schoenheit nachts ueber die Moore und zuendet zwei Zigaretten mit ihrem vollen Mund und reicht dir eine davon laechelnd und verschwindet. 

Oh, verschont mich mit kluegsten Spruechen und abfotografierten Schmierereien von Waenden aus dem Internet und Neonschriftzuegen, die von dem Leben anderer erzaehlen, es wird nicht Teil von Euch denn ihr seid nicht Teil von Ihnen.  

"Ich vermisse Reinheit. Nicht das Orginal, das du imitierst. Mehr als alles."

Michael Holm traegt wie immer Halstuch, am Sonntagabend und du liegst erschoepft im Bett und weinst vor lauter Sinn in fast 40 jahre alten Melodien. Keiner sieht dich, keine Sorge. (...)

16.01.13

1234321


Lady Pink,
how have you been
You and Patti Astor
dwelling the gutters
of the Bronx
and of Uptown, too
They have ruined the spirit
Oh they have ruined the spirit
Futura 2000
in 1982
wholetrains
the Flash
They have ruined the spirit
Now they have ruined the spirit
From Danceteria to the Roxy
Torn down, newly built
They have ruined everything

03.01.13

VERSE:KUPFER


Augen schliessen muessen,
groben Stein an Fuessen spueren
man ist so sehr verschlissen,
von all den tausend Liebesmuehen
schoenste Wellenkatastrophen
ertraenkten jedes scheue Tier
Wind und alles duftet
komm her zu mir, her zu mir
Unter  harter Sonne,
nur fuer Sekunden, nur fuer Sekunden
wann hast du mich vergessen?
sind es Wochen, Tage, Stunden?
ich gehoere ab sofort,
jenen Kraeften, Weltenmann,
greife meine Fesseln
und zeig mir deinen Ozean
hol mir jene Frau
und sag, dass ich sie liebe,
wir wissen beide ganz genau,
dass ich erst wenn ich liebe, liebe.

29.12.12

DAS ERSTE ENDE DES LETZTEN JAHRES

 it's almost empty / ROOM
Du letztes Einhorn.  
sadistic sense of humor and shrill laugh. Know when to take a gamble, and always operate outside the jurisdiction of the empire.
und: Asexuelle  Reproduktion // Like a vintage set of gretsch that you're so used to hear but never could afford // 
verkuende den tod von franzoesischen koenigen am morgen 
                    und dich und dein putzfrauengesicht, dich  interessiert das alles nicht . 
das weihnachten, verlebt in stille und allein, kann ohne jeden stoerer dunkelbitter,  einsam sein
A pioneer into illusion, an adventurer into the unknown, and a lifter of veils. Courageous, heroic, and exalted by legions in the unseen. 

20.12.12

FÜNFUNDZWANZIG


erinnerungen in ungehöriger menge taumeln nüchtern durch entfernte wälder mit rindenritzereien voll verzierter schwüre, mein messer wird stumpf

du singst mit gläsern in der hand und fremden im arm und balancierst auf klingen durch die nacht, du hasst meine musik, mein geräusch sei dumpf

kommunizierst über kanäle, die sich nicht erschliessen, weinst und lächelst bis in den mittag und während alles kalt wird, ziehst du deinen trumpf

du bettest dich, wie damals, nackt und wollend und hauchst und grollst und feuchtest alles und alles hier versinkt in einem sumpf

14.12.12

RAUM 101

das alles

 ist nicht fair und die 

        nacht wird heller, ich

stolperte dir hinterher, in 


dreckig-rote keller.
später dann im erdgeschoss, 
der teppich war so kalt, gläser

 rührt der oberboss, 

der abend war so alt.



06.12.12

DECKEN UND KISSEN

das ist wie tortellini essen
um mitternacht
und waagerecht, mit grossem kopf
und sand im mund,
überraschend
monochrome
tumbe villa kunterbunt
hinten links im zimmer sitzen
grosser spass um vier nach fünf
nach sechs nach sieben,
immer hier,
auf weissem möbel schales bier
der sauerstoff ist längst vergangen
kleine blicke, grosses bangen
doch auch heute geht sie auf
zellverfall im dauerlauf
der grosse feind der kleinen lust
übermannt im kalten körper
den erstarkten winterfrust



04.12.12

SAMEDI

verwandlung folgt gleich nach der dusche
signalschild an, ein rotes suche
alles ganz schön körnig heute
machs weicher jetzt, geh unter leute
viertelstunde hast du dann
bevor dann alles
steht in brand
augen zu und lunge auf
und faust geballt
in vollem lauf



29.11.12

IMPULSKONTROLLE FEHLANZEIGE



das gleiche
hühnerkörper
funktionslos

die hure donnert weisheiten aus ihrem blanken rohr
die sonne quetscht sich langsam durch das schwarz

der wodka endet alles

13.11.12

FRÜHE VERHÄLTNISSE IN DER CITY-WEST

und dann neidest du, 
du neidest alles, 
du neidest selbst die starre losigkeit,
und die kleine fahle daemmerung 
in ihren geistern, 
die jetzt am mittag 
an dir vorbeischweben 
in overknees und lederstiefeln, 
unbekuemmert und befleckt.
ein schneller dreh nach links 
und dein gehirn wabbert 
in dem kalken schaedel 
wie ein eightball 
und jetzt ist alles nur noch 
zoo und kino und gruener tee 
und doch rechts stapeln sich die dinger, 
aufgepusht und drangsaliert 

02.11.12

KONTINENT 101




bist du beseelt/gesicht so nah über einem buch/mehr als eine unterlage/mehr als grauer fluch/wenn sich alles nur verschlimmert/in nächten voller gier/lies wie der sambesi wimmert/in zarten schlangen unter dir/kristallines sehnsuchtsbild/gemalt in schwarzer asche/und jenseits der dosierampullen/nicht mehr als eine masche

18.10.12

SPIEGEL 101

unstetes wählen wahlloser
unfreiwilliger
schlafender
menschen
und keine antwort kommt

nur dieses letzte mal
versprochen
komm
nur dieses letzte mal
ich bin auch gut zu dir

alles was ich bin
alles was ich war
vergib mir
nur dieses letzte mal
nur dieses eine mal

es ist 6 uhr morgens
du redest wie ein wasserfall in zeitlupe
ich höre eh nur mir zu
alles andere ist so verletztend







16.10.12

TAUSEND UND EINS NACHT




im fahlen rot der ostblockgrube: grossaeugig tierfilme bestaunen,
ueber aequatorleben und savannendramen, 
tiefseefuehler, schweinswal-damen,  
schliesst du augen

deine neue mitte ist ein weiteres versprechen 
an aussichtsreiche plattformen fuer uebersichten 
auf normalitaeten, kabelsendungen an den roehrenfernseher 
mit aspect-ratio-verschiebungen, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden, 
jahrelang merkt man nicht, dass alles irgendwie verzerrt erscheint was fuer dich so richtig ist. 

und wieder feudelst du mit deinem zepter laubbedeckte wege frei, 
wie jedes jahr seitdem du alt bist, griesgraemig und einerlei

waschbetonwege zum unterschlupf, zwischen 
alten 
braunen 
fichten, sauerland und moehnesee

aufblende 

die kleinen kinder, goldgraeber und taenzer, die schulen und die hunde, die besucher und die falsche liebe /  

im lieblingsladen, wo hunde auf den baenken hecheln und kokain die seele nebelt, 
wo kleine maenner unrasiert die ganze nacht lang sprueche hebeln
das fleisch tropft in den schraenken vor dir und neben dir  der blaue makler 
der heute nur noch halb so gross ist wie er damals niemals war

- tripping nebenan, ganz nebenbei, und ketamin, 
und ich so nuechtern wie der papst und die liebe neben dir


 / und was ist deprimierender als:
 sonntags morgens im bahnhof-zoo-berlinsouvenirartikelladen 
zwischen diddlmaeusen und bierkruegen zu stehen 
und sich nach seiner naechsten 
ernte 23 zigarettenpause zu sehnen, 

wenn dann am fruehen mittag 
konzentriert die sbahn trichtert 
und haende voll von jungen maedchen kichern  
die heimkehren von ihren suenden, 
noch tanzend 
und betrunken 
doch alle mit kaum wahrnehmbaren wunden, 
im herzen und zwischen ihren beinen 
und wenn es nicht so schoen und lustig waer, 
muessten sie jetzt weinen

die neuen nutten, 
die blecherne jeunesse doreé

wenn butterweiche adelmaedchen reiche gaeste setzen
ist der untergang nicht weit / 

es gibt nichts peinlicheres als menschen, die musik machen, die mir nicht gefaellt / 

die woche bricht bald an und vorsichtig, 
ducke dich, die tage kommen, 
und einer wie der andre sagt:  
ich mag dich lieber voll benommen. 

02.10.12

%



                                                                                                                     Taylor Dayne




Wenn alles verdampft, winden wir uns wie verliebte Aale im Schlamm der Gedanken, es gibt hier kein Entkommen, am Ende der Nacht,




Let the memories   good    for 
                                                                                                         those who stay





                                  am späten Sonntagmorgen, am weissen Tisch, wo Deine unvernünftigen           
Lösungen die Zwänge irdischer Statik aufheben.


"he flesh that lived and loved will be eaten by plague



(trumpet solo)



25.09.12

22:22












Er  wirft dich in die Raeume, du kannst ja gar nicht mehr den Ausgang finden, wenn du nur mit dem Ruecken zur Wand stehst. Es glitzert, im Grill, Borchardt warst du lange nicht, der erste Drink, der erste Mensch. Ein Taxi, schon wieder, der Zielort klingt wie eine Phrase. Vorbei an Hotels, wieder im Bett, die Technik ist altmodisch, das Essen ungesund, die Sehnsucht verdorben und nichts kommt morgen was anders waere. (...)

17.09.12

SUNDOWNERSYNDROM IM SPÄTEN SOMMER


So kleine Schreiberlinge, kleine Schreiberlinge und Eure
erschwindelten Mitteilungsbedürfnisse  
mit gelangweilten und dahingehusteten Sätzen
aus aneinandergereihten Sinnlosigkeiten,
wo Spannungen ersetzt werden
durch Selbstzufriedenheiten und Sonnenbrillen
und Nichtdazugehörigkeiten,
in der Abendsonne irgendeiner Kulturmetropole.
Ich kann euch nicht fühlen, nicht ertragen,
nicht lesen, nicht hassen,
aber ich nehme euch wahr,
seid froh und sicher,  ich nehme euch wahr,
wie kleine Schauspieler, Auswendiglerner
Grimassenschneider,
Ihr Kulturklötze, mit euren kleinen
Vorstadtbühnengeschichtchen,
Ihr People of Today, kontrastreich in Passbildboxen,
Viererbilder, Zungen raus,
es gibt nicht mehr was Ihr der Welt zeigen könnt.
Ich sehe euch nicht zu, seid froh,
man sieht euch nicht mehr zu.

09.09.12

WIE GEHTS?

das erfüllen des wunsches war dabei
das leichteste,
als ob sie wie die schakale um die blocks
in der umgebung streiften,
bereit und einen atemzug entfernt,
alles war so leicht, für jeden,
jederzeit,
ein paar zahlen
und der tiefe sprung ins dunkle
immer tiefer,
immer 

07.09.12

JR

rathaus-center, pankowland
tramgerüttel: fulminant
die sonne scheint
die oma lacht
alle sorgen hausgemacht

zwanzig vierzig prenzlberg
gekicher wie ein scharfes schwert
mütze tiefer ins gesicht
hauptsache man sieht mich nicht





28.08.12

UNHEILBAR

Leichte Kopfschmerzen in der Magengegend,
als ich hier wieder stehe.

Sofas in den Strassen,
ein dünner Sänger, ein fahler See.

Bären auf Bänken,
ein paar tote Fische treiben ans Ufer.

Rostige Wasserrutschen, gelbes Schilf
When I got home

Mickey D, der Duft der Stunde
noch im Toyota

See the danger


24.08.12

WER ODER WO IST MONTENEGRO?

Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel dauert zwei Stunden, räuspert der Mann am Steuer - die ersten Worte, die gesprochen werden, eine halbe Stunde nachdem ich eingestiegen war. Ein Nicken als Begrüßung. 
"Currency...Euro?" frage ich.
"Yes, yes."
Wir halten an einer Tankstelle. Der Kühler. 
Ich kaufe eine Flasche Wasser und Hobbits. Es sind 35° C. 
Links, viel weiter unten: Palmen, Klischeebuchten, verfallene Rohbauten, soweit das Auge reicht. Dazwischen Hotels, weitere Tankstellen. 
Ein brennendes Auto. Als wir an ihm vorbeifahren, wird es sehr heiß. Es riecht nach verkohltem Plastik. Die Männer auf den Strassen sind düster und dunkel, die Frauen sind groß und schön. 
Ampel. 
Toni Braxton in einem Golf 3.
37°C. 
An jede Hauswand klammert sich eine japsende Klimaanlage. Jede Wiese ist hier Golfplatz, ein dutzend Pflastersteine das Versprechen einer Strasse, die sich vorbei an Nattern schlängelt.