08.11.14

REIM 101


er weiß auch nicht was das ist 
wenn man weiß dass das was man vermisst, 
wenn es da ist, 
nicht das ist, 
was man dachte, das es ist 
und dann die weisse fahne hisst
und vergisst
das das was dann nicht mehr ist
genau das ist
was man vermisst

04.11.14

ZEITBOMBIG

Es liegt 
am Boden, 
über dir
schau nach oben
unten 
unter mir
So kraftlos 
oder und 
verdorben
dennoch 
grade erst
verstorben
die Energie 
von gestern
heute
Nebel
Leute
alles anders
morgen

AUFGRUND ERNIEDRIGTER NACHFRAGE


28.10.14

WIR SIND (GUTBÜRGERLICH)

und die
die nach hotelseife riechen
(am nacken)
wenn sie am morgen DDR aufnäher
kaufen
an sperrholzbuden
in denen menschen stehen
die sehr unglücklich lächeln
die alles verloren haben
nur nicht ihren plunder

sie reden faserig
mit davonstehenden über limitierte
plastikpuppen und über andere
wissenschaften für schlaflose

nähe existiert hier,
genau wie überall,
nur für die dauer der
begegnung





15.10.14

FRAGEZEICHEN

wolfgangjoopi
s
t
e
n
d
esechzig

dieLED
w
a
n
doeff
netsich


26.09.14

SO OTTO


vielleicht sollten wir 
modellbausätze kleben
in dunstgedämmter abendlaune 
winterdecken weben
die rollenspiele 
auf ein brett verfrachten
und nicht immer nur 
in  wilden betten übernachten
vielleicht kann man 
normaler sein
vielleicht kann man 
normaler sein


25.09.14

ICH VERSUCHTE ES MIT MILDE



Ich kann mich gar nicht erinnern, wann es angefangen hat, dieses Gefühl, dass mich das Früher langweilt. 
Wann bin ich denn aufgewacht und dachte, das Damals ist nichts mehr? Jetzt, da weiss man, was man hat. Und was man nicht hat. Und man weiss, dass das was man nicht hat, auch nicht mehr haben will. Es ist vorbei. Und es ist gar nicht schlimm, wirklich nicht. Nein. Es tut so gut. Es gab nicht mal eine Depression oder einen alles verändernden großen Moment oder so. Kein Orchester, keine weit ausgebreiteten Arme. Nichts von alledem. Man schraubt sich nur zurück, im letzten Moment. Kurz bevor die Mutter von der Schraube fällt... hält man inne. Und so bleibt es dann. Fest verbunden, immernoch. Aber noch eine Drehung und alles wäre auseinanderfallen. Es reichte. Es wird kalt genossen oder heiss, nichts wird hier mehr aufgewärmt. Wärme ist eine Temperatur, die sich schwer ertragen lässt. Der Kratzer auf dem Soundtrack der Stadt. Die Nadeln hier sprangen immer wieder zurück, immer wiederholten sich die wenigen Momente. Und das, was eigentlich Routine wurde, wurde nicht als solche gesehen. 
Immer schien alles neu, was eigentlich nur alt war. Was wichtig schien, war es nicht. Und keiner hat's gemerkt. Die Orte, die Menschen, die Musik, die Gespräche, die Witze, die Haltungen, die Nächte, die Worte. Sie zirkulieren in einer kleinen Blase, die sich weit weg von dem bewegt, was hier drinnen konserviert wurde. Und alles Aussen ist nicht erkennbar, weil die Sicht nicht weiter reicht, als ihre Arme lang sind. 

17.09.14

SCHON WIEDER OHNE TITEL


Und who gives a fuck
War ich gestern 
sekundenlang und 
ehrlich
Innendrin bin ich eher spärlich
und weichgespült
von zu viel
überflüssiger
Lauwärme, 
die man abkriegt
wenn man dummerweise 
dem zu nahe kommt
was bei dir ist
So überflüssig
verhärten sich auch Fronten
wenn man auf der falschen Seite steht
Ich hab' so keine Lust, 
ein Minusdrang
in Zukunft einmal dem 
nahe zu sein
was immer nur die Enge war
was immer nur am Anfang
gleich das Grobe sah
Mein Kraftwerk poltert nicht durch 
Liebesschwüre
es dampft nur jeden Tag 
die Nacht herbei

DER KAFFEE DANACH AM TAG ZUVOR




wenn der druck entsteigt 
(in the beginning of the night) =
und jede planung plötzlich splittert, 
hab ich morgenluft gewittert/
und jedes trugbild  made of rites:
verliert sekundenschnell den reiz

21.08.14

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEUKÖLLN (MIT DIR)



Bleib endlich 
Vergangenheit

um vier Uhr fünf

Fremder Akt / über der Tür

Hinterher
Hintern her
knechten in 
Schenkellücken
Himmel, voll
von
Arschgeigen

Ich will Frühstück machen 
bis ans Ende dieses Tages

Erhalten statt verbessern

Unter Admirälen läßt man sich 
ungern
fotografieren

Blah Blah Blah

Es gibt nur Bier in Ostberliner Cocktailbars




09.08.14

ZUMINDEST 101



Und dann immer wieder diese, sagen wir mal, Unromantik, dieses Erklären von Unverrückbarem, dieses Begründen von Dingen ohne Sinn und, rein historisch zumindest, ohne Halt und Rückhalt, alles ist mehr eine Entschuldigung für falsches (ja!) Tun, ein Belügen und ich sehe ihn an und warte  auf einen Sinn oder zumindest sinnvollen Inhalt, aber nur Verlegenheit und Erklärungsnot sprechen aus seinem Blick, unzweifelhaft, der Blick, der meine Hand hält und hofft, vielleicht auf Milde oder, zumindest, auf Verständnis, aber es ist nichts von alldem in mir, erst recht keine Milde und auch kein Verständnis, ich....lasse ihm seinen Kokon, oder seinen Nebel, zumindest, seinen butterweichen Nebel lasse ich ihm, der Nebel der ihn umwickelt, so undurchdringlich das ich keine mir bekannten Umrisse erschätzen kann, nur ausgefranstes Früheres und alles dauert ja auch nur eine Sekunde und dann wieder werfen seine Sätze Worte umher und treffen wie flüssiger Zement auf den durchsichtigen Wall, der ihn umgibt und alles wird immer härter, immer härter, immer härter. 

08.08.14

DAS IMMERWÄHRENDE PING


Zwischen modrigen Gewächsen
und sich hassenden
(doch bunten) Echsen
Im Tagesgelb
zu warmer Stunde
und ein halbes Dutzend wilder Hunde
die lauthals ihr Wunden lecken
von Schlangenbiss
und falschen Zecken
Schliess ich die Augen
und ich bete wie der Teufel
das die faule Seifenlauge
nicht nur meinen Kopf zerträufelt

NULL ACHT






ist der falsch, der griff zu dir,
zu dir in neue jugend
bleibe mensch oder werde tier
für die und deine tugend

03.08.14

DIE VERFLIXTE, DIE VERFLUCHTE



1. superbia
Mehr als 100 Kilometer südlich, zerknirschten Räder endlich Stein und Kerne

2. avaritia
Der 3-Stufen-Stopp des Mannes / 
Eine nicht erfüllte Liebe, 
Immer eine nicht erfüllte Liebe
Immer diese nicht erfüllte Liebe

3. luxuria
Die Hektik des Innehaltens, das aufgekratzte Ruhen,
treibt mich in den Wahnsinn
Kindtochter
Charmanz
Eitelkeit

4. invidia
klare Küsse 
unter Mondscheintoren 
Strauch: Scharf, Essen: Asiatisch 
(denk nach, denk nach)

5. gula
Es war kein Einfachsein, so jung im Sommerdunkel,
doch Lippenschein und Bettgeschunkel lindern (oftmals)
ohne Reue
jede neue
Kopfschusswunde

6. ira
Dummheit züngelt noch lange 
aus dem Häufchen qualmender Asche, 
das nahezu unverändert schwelt
inmitten brennender Hornissen 
deren Flügelschläge keine Glut verhungern lassen
(nachladen)

7. acedia
Es bleibt alles, wie es war. Schwer wiegt diese Leichtigkeit,
Müde macht das Wachsein, 
Genügsam macht ein Leben, 
sofern es diesem ähnelt.

19.07.14

02.07.14

RESTE / JULI

ein
freudloses öffnen 
der kettengeschäfte
durch
lidstrichversaute 
arbeiterhummeln in der
wilmersdorfer strasse 
der herberge der schönheit
ernst in meiner meinung
der gral
der übertriebenen
hier sind mädchen 
schön
und mehr
hier sind sie 
ehrlich

16.06.14

09.06.14

RETTE DICH WER KANN

dann will er doch alleine sein und 
dann hängt er wieder an
gemalten lippen von fremden sängern
zu fremden stunden
an deinen orten
und du kannst mich nicht vereinen
und du kannst mich auch nicht heilen
und du verläßt dich drauf mich zu verlassen
und mich ab jetzt fast butterweich zu hassen
und du gibst dir mühe
spürbar wie ein hauch
und ich, ich geb mir mühe
auch weil ich es nicht alleine schaffe
für immer ohne mensch zu sein
rette dich wer kann

02.06.14

MITTE VOM ENDE DES MONATS

wie man es hasst,
filme über hitlers frauen
filme über scheiche,
die übergrosse häuser bauen
und zeiten wo vision gerecht
und mehr ist als banal und echt
wenn im traum du fragst
was an dir nagt
und mit dem wind den westen plagt
es ist schon alles krude, mensch
wenn alle welt die antwort kennt
in einer stadt
wo jeder baum
sein naherholungsplätzchen hat

21.05.14

SHE WATCHES CHANNEL ZERO

aberirgendwannmuessenwirdochaufstehenunsunswehrenundundselbstverbietendiesesmediumzufuellenmitinhaltundverbietenundverbietenunddeutscherausausdemfernsehenundwirkönnendochnichtnurmeckernwirmuessenhandelnhandelnmuessenwirundverbietenverbietenundnichtsmehrverbreitenallesmussverbotenwerdenundwirwerdenalleglücklichundendlichwiraberirgendwannmuessenwirdochaufstehenunsunswehrenundundselbstverbietendiesesmediumzufuellenmitinhaltundverbietenundverbietenunddeutscherausausdemfernsehenundwirkönnendochnichtnurmeckernwirmuessenhandelnhandelnmuessenwirundverbietenverbietenundnichtsmehrverbreitenallesmussverbotenwerdenundwirwerdenalleglücklichundendlichwiraberirgendwannmuessenwirdochaufstehenunsunswehrenundundselbstverbietendiesesmediumzufuellenmitinhaltundverbietenundverbietenunddeutscherausausdemfernsehenundwirkönnendochnichtnurmeckernwirmuessenhandelnhandelnmuessenwirundverbietenverbietenundnichtsmehrverbreitenallesmussverbotenwerdenundwirwerdenalleglücklichundendlichwiraberirgendwannmuessenwirdochaufstehenunsunswehrenundundselbstverbietendiesesmediumzufuellenmitinhaltundverbietenundverbietenunddeutscherausausdemfernsehenundwirkönnendochnichtnurmeckernwirmuessenhandelnhandelnmuessenwirundverbietenverbietenundnichtsmehrverbreitenallesmussverbotenwerdenundwirwerdenalleglücklichundendlichwir

15.05.14

WILDE 13


12.04.14

ES GIBT NICHTS ZU SEHEN, AUSSER MAN TUT ES


der kleine saenger am zoo, 
neben currywurst und sushi, 
macht alles langsam
aber mit jeder ampel wird sein halleluja
 kleiner und stirbt den tod den es verdient
wo die tiefe sonne zwischen lycraspalten blinzelt, 
mit warmen strahlen im bein-wirrwarr der einkaufsstrasse
verfuehrerisch um achtung winselt. 
im gewirr der zweige sind chameleons versteckt 
und mit etwas abstand kaum noch zu sehen, 
aus der ferne ist dann alles weg und nichts, 
reines nichts ist zu erkennen, 
aber das klar und deutlich.
heute kommt das stöhnen auf den klos vom band
weil kokain den sex ersetzte.
bibi westwood und neonschuhe,selbst das cookies
war noch cool, aber es war nichts so wichtig
wie man hoffte und nichts so gut
wie man sich fühlte

15.03.14

CASTING / SBAHN / SUPERTROCKEN


Waggon, mit Schweiss und Bratwurstduft 
vermengte kalte Menschenluft, 
Nahverkehrsverbindungssucher 
mampfen hinter Milchglas Plunder.
Augen schliessen, Stahlgeratter, 
Nullerjahre: Koksgeflatter
Gegen Wind und Windigkeiten
knattern still die Eitelkeiten
unbekannter junger Dinger
Abgekaute duerre Finger
Weisen deinen Weg hinan
Es zieht und zerrt und irgendwann
Ist Endstation in Wartenberg
Und augenreibend faehrt
die Bahn den Kreis zum Anfang hin
Und du, nur taub von ihrem Sinn
Fuers Grobe unter all der weichen Schale
Wachst schnell und murmelst wage

27.02.14

ÜBER ESSEN UND WÜSTEN UND FRIEDHÖFE



zu wenig freude
und zu viel schaden
blasse lippen die an
roten nägeln nagen
kommst du nicht raus
aus deinen kreisen
auf alles ausser morgen scheissen?
oder hast du schon vergessen
ich kann nicht mal mit stäbchen essen
du schöne kluge hure
lösch nur deine graue fuhre
auf andren kippen jenseits ab
denn deine zeit wird knapp



24.02.14

14.02.14

SYNAPSE HP

Wo alles draussen blieb,
und nichts blieb drinnen,
durch Schleier voller Flaschenbier,
Edelstahlstangen, Flugrost,
Drumcomputer, Strapse

10.02.14

ZÄRTLICHE BERLINALE, DREI

WIE INSIDER WISSEN
HAT GEORGE CLOONEY
DER BERLIN LIEBT
UND IM SOHO HOUSE WOHNT
IN SEINER LIEBLINGS-SUITE
BEVOR ER AUF DER
TORSTRASSE ESSEN GEHT
ODER AUF DER FRIEDRICHSTRASSE
IN SEINEM LIEBLINGSSTRICKPULLI
UND VON BERLIN ERZÄHLT
EINEN NEUEN FILM GEDREHT
DESSEN TITEL ICH VERGESSEN HABE

30.01.14

ZÄRTLICHE BERLINALE, EINS




solange deutsche 
filme in der sparte 
"perspektive deutsches kino" 
gezeigt werden, 
solange ist man nicht 
ehrlich
zum zuschauer.

15.01.14

FRÜHSTÜCK

DU HÄLTST DEINE
NEW YORK TIMES
ZWEI KILO SCHWER
UND VOLL MIT BUNTEN
ANZEIGEN
RENNST NACHTS
DURCH PARKS
UND SCHWINGST
DEINEN ZOPF
DURCH UNTERHOLZ
UND DRAHTGESTRÜPP
IM BOIS
UM CIRCA MITTERNACHT
ALLE UHREN BLEIBEN STEHEN
ALS SIE NICHT MEHR WISSEN
WELCHE RICHTUNG
RICHTIG IST


22.12.13

GEGEN EIN BESSERES DEUTSCHLAND



sTefFen hENSslEr

HoRSt lichTeR
daniEL AMInaTi
ECKArt vOn HiRScHhAuSeN
BulLY HerBig
stEfFEn HenSSLer
bUllY HerbIG
tIm MÄlZer
BULLy herBig

stEffEn HenSsLer
BulLY HerBig
bUlLy heRBIG






17.12.13

BERLIN, NEBEL, DREI

Ich habe eine unsichtbare Box
aus Plastik,
mit Überlebenden
aus Spitze
Wie ein dunkler Fleck
lag dieser eine lange
unbemerkt von mir
unter meinen Mänteln
Abgelenkt, wenn du nur da sitzt
und deine John Denver Cassetten spielst
bis sie bluten


06.12.13

NATIONALISM



the last time
cut your hair
everything is painted
take you now, 
hands are buried into beddings

she was swallowing doses
dancing guns and noses
save your howls
for the mature world




24.11.13

HOLZSPITZENSLIP

am zaun stehend
zehenspitzen
loch im brett
hindurchspitzelnd
baustelle,
deine hier
teufelkonstruktion
und bier

facharbeiter fehlanzeige
lebenslange langeweile
grade wegen grader wege
wegen schönheit.
morgens früh
um sieben hier
danke nein
ich trinke bier

mach du mal
alleine weiter
zerbröselte karriereleiter
hauptsache
die andren denken
wo ich hinwill,
kann ich lenken

grabgelegte jugendträume

20.11.13

16.11.13

HERBST 2

Oh, und es sind Blumenheere
Im Zigarettendunstgeschwafel
Stimmenwirrwarr, ich vemehre
Problemgeschwader an der Tafel
Deiner Tugend, die noch stetig
Alles um dich 'rum erinnert.
Wir mühten uns mehr schlecht als redlich
zum Umarmungskriegsgewimmer.
In Nächten wie zum Beispiel heute
Weiß ich was ich dort verließ
Als ein schwarzhaariger Wind
Mir ständig in die Seele blies. 


15.11.13

FYI


10.11.13

14 / B


Drei Flaschen, vier Schachteln
Und siebentausend Sätze
Ohne Punkt und Komma
und ich schätze
die Teufel kommen gegen Mittag
und spätestens am Abend das Gezitter
Es regnet jetzt auch schon im Dunkeln
Wenn im Wind die gelben Blätter schunkeln
An der Brandwand gegenüber
totgestarrtes Efeu, lieber
nochmal Jahre voller Reue 
als Sekundenungeheuer

Nach Tausenden von Jahren
will ich zurück nach Afrika
Rätseln, wenn Menschen sich
in Demut räkeln 
und nichts und wieder nichts entsteht
aus Ehrlichkeiten. 

06.11.13

04.11.13

KLH






















Brotkrumengeographie und Käsereste, halbendliche, goldene Morgen. 
Interpretation von Millimetergestiken zwischen Pappbechern und Dim Sums.
Im  Herbst, mit Joseph Beuys, umrundeten wir Weltverbesserungsmaschinen. Deine Beine staksten verkatert zwischen Vögeln aus Metall, doch nichts zwitscherte hier. 
In atemlosen Pausen... stand alles still. 
Wir griffen Hände, zwischen Kunst. 





Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren

30.10.13

FAUST 3

Du Spiegelleser, dreckiger Interlektueller, scheisst Deine Menschen zu mit Bildern Deiner ledernen Leica, die Du für Sekunden in die Hände von Handlangern drückst, von Stiefelleckern, von Lutschern, damit Du deine mickrige Persönlichkeit im Glanz von prominenten Mitbewohnern wenigstens halbseiden wirken lassen kannst, "seht her, ich bin doch wer, ha", du kleiner, hässlicher Teufel, du kleinster Teufel. Fotografiere die Kunst und nicht den Künstler. 

01.10.13

ARNIKA UND AUSTERN UND KIPPENBERGER UND GRÜNES LEDER



Du schliesst final in sattem Gold 
Himmelsbeine um den Pegel
eines krachend-lauten Herzschlags 
den ich gestern noch im Koma wähnte
Und all die Exkursionen 
zu Plätzen, an die's uns treibt
wo ich schüchtern, still und atemlos, 
verwundert mir die Augen reib'
Die Idee klingt so absurd, 
wie sie halt klingen muss
Nun ist aller Suche Ende
Enthaltsamkeit im Überfluss
Verkatert schöne Sonntagstouren
mit Schwarzmetall- und Rotrunduhren
heimlich blickend, fehlersuchend
gestern lebend, heute jubelnd










02.09.13

DE RA CI NATED


wie sie sich fragen, wie sie aussehen, 
wenn sie dich ansehen 
mit ihren zweiknopfdoppelkragenhemden 
Wie seh ich aus wenn ich dich ansehe 
wohin siehst du wenn du siehst 
das es nichts zu sehen gibt , wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wer will schon hinsehen, 
wenn jeder es sehen kann, 
wenn es jeder sah 
wie, wenn es jeder hoert,  
in diesem romantischen ensemble, 
wo man sich sieht,  
haette ich nur gestoert
Wie sie sich jagen, 
in schnellen schuhen, 
mit kraeftigen waden, 
in schnellen schuhen, 
wie sie sich jagen
In gewaehlter betaeubung, 
mit jungen herzen, 
jenseits von unmut, 
jenseits von schmerzen
Wer will schon hinsehen, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder sieht, 
wenn es jeder ruft, 
wenn es jeder hoert, 
im romantischen  ensemble, 
haett ich nur gestoert
Wenn es jeder spuert, 
wie du es spuerst, 
wie man es soll, 
wie jeder es hoert, 
wie es jeder sieht, 
wie jeder es kann, 
wie jeder es will, 
will ich es nie, 
will ich es nicht, 
ich will dunkles licht, 
unter dem was du  siehst, 
wie man es spuert, 
wie jeder es sieht, 
wie man keine verfuehrt, 
so will ich es hier, 
wo keiner es sieht, 
und keine es will

12.08.13

PRESSHOLZBUDENDÖRFER SIND KEINE STÄDTE

was hat dich denn geritten
du kleinkarierte grosse stadt
das mitten in dem westen hier 
das arschloch seine mitte hat
unter der ruinenkirche, 
sommer winter allertags
geistern flashbackpennerdirnen
langsam ihre runden ab

01.08.13

42 ITALIEN

hier werden noch welpen getauscht gegen konzertkarten für gianna nannini und die strände sind überschwemmt von mittelgrossen langhaardackeln, in grausam-engen badehosen, die viel zu große hoden halten, und sonne, und sonne.

der weibliche schnitt von strand 4B liest shades of grey hinter schirmen und brillen und geht auffallend oft ins brusttiefe wasser, steht dort, in sanften wellen, mit geschlossenen augen, nur für minuten, stakst zurück an land und schläft dann in der sonne, in der sonne.

alles rennt, alles redet, alles ruft, alles ebnet alles Raue, alles Hohe, alle Kanten, alles Rohe, in der Sonne, in der Sonne.

06.07.13

330

berlin ist immer dann so 
wunderhaft,wenn andere 
es nicht nüchtern sehen
wenn die stadt alleine ist 
und unbeobachtet,
und nicht ständig kommentiert 
wird weil alle schlafen oder 
bewußtlos sind 
oder tot oder aus anderen 
gründen nicht mehr am 
vergleichen sind
wenn berlin alleine ist mit sich  
menschenleer in dämmerung
mensch, berlin braucht dich nicht