18.06.10

IN PUBLIC

Hm. Inmitten Horden von High Heels - tragenden und dauertelefonierenden fleischgewordenen Douglasfilialen und Tuningexperten bin ich jetzt bei meinem ersten "richtigen" Public Viewing, mal abgesehen vom Cafe Am Neuen See, aber da ist's ja irgendwie noch gemütlich und bekannt, aber hier, am Albtraumstrand, bin ich nun da, wo man ist, wenn man was ist, so hört man. Die hohen Damenhacken versinken im knöcheltiefen Sand, hier und da fällt eine um, die "Männer" tragen abstruse Gelfrisuren und lustige Fussballtrikots, trinken Wodka-Redbull und knabbern auf Guccibrillenbügel. Es ist ein Uhr am Mittag und eigentlich will ich pöbeln oder gehen aber dann fällt mein Blick auf ein Pärchen, eine Vuvuzela-Länge vor mir im Sand sitzend und sich leise umarmend und küssend und ich beruhige mich wieder auf eine seltsame Weise und dann dreh ich mich weg, suche meine Flasche Wasser, die zwischen hohen Strasshacken neben meinem Holzstuhl halb versunken im lupenreinen Schickimickisand steht und trinke um mein Leben.
Ich bin auch hier einfach fehl am Platz.





if it's not sorrow, it's mourning
if it's not mourning, it's myself
if it's not myself, it's others
if it's not others, it's life.

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