12.11.11

F

ist so wie ein bruder, du
nix sehen, nix schmecken, nix bereuen
bruder, oder vater, manchmal sohn
eitel, verflucht und wunderschön


IT'S A MISTAKE

are you losing access, since you swallowed your future, last night, at mine, the dungeon, so they say. it looked like a temple but felt like a hut, all those walls were just painted cardboard boxes. one by one. one by one. i try not to be myself tonight, i could not feel better. swirl me away, blissfull dawn. are there any mistakes left, then mark them pink, so i can find them easily. tell me commander, is it partytime? it's a mistake.

10.11.11

HUNDE AUF ZUGESCHNEITEN RASENFLÄCHEN

das ewige repetieren


des gleichen satzes,
grade jetzt im winter,




kommt das alles wieder. die temperatur
kaum über null und schon
der bogen, der weg,
das neue jahr, das lange haar, u
und:
schon kommt alles wieder.
brücken im speckgürtel der "metropole" (new york times)
zelten in der nacht,
zecken, käfer, löwen.

bessere zeiten, juhnke usw. afrika: bellende gnus. thaifood ist nur ein modefressen. sie sitzen hier und reden abfällig über die werke von paulo coelho, jedenfalls hassen sie die zwölf bücher, die sie bisher gelesen haben. / weiss man schon gar nicht mehr, die kruden nachrichten, die mich in morbiden nächten erreichten, von pornozombies und weinenden. es gab keine wärme in jenem winter.
eine kurze sekunde glück:
ebenholz und kinderwippen, hinterhof und plattenbauten.

Eine Hundeleine baumelt jedesmal ernüchternd hin und her, wenn ich mal das Haus verlasse.

CLOSER/SIE/ES

06.11.11

10 SEKUNDEN EWIGKEIT

Was gestern so ekelig war, war nicht nur das Attentat, das feige Gemetzel, der halbtraurige Verlust. Es waren ja unter anderem auch die aufgereihten einreihigen Anzüge und die Seemannblazer mit Goldknöpfen an den Manschetten, die, leider nicht auf eine Exekution wartend, am Edelholztresen den verdeckt arbeitenden Prostituierten beim Toilettengang hinterhersabberten, so wie wir alle, nur ohne Gold, vielleicht. Hemdkragen, die zwei Knopflöcher haben und so gross aussehen wie Dracula's Cape oder so, sie wissen schon.
Sie ownen mittelteure Kunst (die verkehrt herum an Wänden hängt) und wissen nicht warum. Sascha, der smarte Medienmensch mit wellig-dunklem Haar, der von hinten aussieht wie von vorn, mächtig verschnubbelt und zu laut, hustet irgendwelche Berliner Mittelstandsdurchhalteparolen in den Raum vor uns, der sich somit immer mehr anfüllt mit belanglosem und vermeidbarem. Ich gehe ein paar Schritte zurück, dorthin, wo kein Blut wohl spritzen wird.



03.11.11

F.-STRASSE

so ganz betrunken,
ihr gesicht versickerte
im mund des typen neben mir
und überall konfetti
und laute musik,
20 jahre alte laute musik.
grosser schwuler modezar
und kunststudenten,
pulle vodka am kiosk,
trainingshose auf halb acht
und nichts wie ab nach hause.

G

31.10.11

MONTAG

genug von hupfdohlen - jetzt/
schliess endlich deine augen,
wenn du das paradies siehst /.-
und du und deine taxiweissen
ikeaschrankgedanken /
du und deine sprungbrettrattenbauverstecke
gehen mir langsam auf den keks

28.10.11

24.10.11

ONCE YOU GO BLACK YOU NEVER GO BACK.

Der Weisenheimer findet gut:






20.10.11

KRAUT

wie im allgäu, am beispiel des hummers, nie wieder um neun ins bett, wenn der abend nicht mal dunkelheit zu bieten hat, rote haut und leises schreien, nazischeitel zwischen haselnussem haar, freizeitarchitektenpony, kunst ist dein schimpfwort.

15.10.11

TRIP 101

Rote Sofaecken,
Kratzbezüge inklusive,
Gedanken machen Saltosprünge,
Hier ist alles, was ich liebte
Flaschenwein mit Goldverdrahtung
Gummikorken, Nikotin
Nur nicht an den Morgen denken
Gedanken werden hier zum Spleen
Jetzt ist Schluss, nimm meine Hand
Denn jeder Schritt: ein Schritt zu weit
Lächelst knapp auf mich herab
Ich taumele in Eitelkeit






14.10.11

FR

haare liegen woanders heute, och , naja, nomm nomm, alles plötzlich hektisch hier, lispel, zitter, komm, stell dich nicht so an, du mannsbild, kennst das spiel doch schon, spiegelbild ist abgehau'n, ich auch, good-bye, so long.

11.10.11

NUMMER 2


in mittelschönen abendprogrammen,
eingelullt in filz, für eine sekunde ankommen,
ohne koffer, ohne alles,
der ofen röhrt vor umluft kaum,
käse knispelt blasig an der oberfläche,
duft in jedem zwischenraum,
ein atemzug für edelbleche.

07.10.11

KUNZ

hab ich meine jugend verloren
irgendwo zwischen hier und dann?
hab doch gestern noch so getan
als ob ich 20 wär
was ist denn passiert
in den paar stunden
der letzten jahre
ist das morgen wieder weg
oder muss ich jetzt
an rente denken
und prostatakrebs


06.10.11

IRGENDWAS MIT GIN TONIC

Gestern abend schlugen mir sogar 10 Sekunden an den Kopf, ungebremst und hart, 10 Sekunden, in denen ich Herbert Grönemeyer toll fand, mit Doppelkinn und allem.
Mir war das alles gar nicht peinlich.

"Beim Sex war er nie erregt, ausser wenn es mal zu lange dauerte. Auch hatte er nie die Geduld, um lange zu trauern."

In einem Land, in dem Keksfabrikanten mit Mittelalterhaarschnitten zu Stars werden dürfen, ist der Weg zum Aufstand nicht mehr weit.

Ich war gespannt, wie flach der Sarg von Steve Jobs sein würde.

03.10.11

ANIMAL

oh how weak the thing
and oh how good the talking
and yes you get me
and no i dont want you
and hell the quality of it all.
divided from the start
dear to me.

29.09.11

VOR BERLIN

kannst es kaum abwarten bis die klappernde s-bahn
sich das morgenlicht erkämpft,
nach all den tunneln in der stadt.
humboldthain, mini dschungel,
samstagmorgen um halb zehn /
am himmel:
startende passagiermaschinen mit fluechtlingen,
unten laufen sie marathons
wie kleine schaedlinge,
der großstaedter: die zivilisationskrankheit
/ spaetsommer.
tags darauf, wieder sonne,
herbst und morgensmog,
tegel, der waggon klappert,
viel unkraut links und rechts der fenster,

hin bis zum historischen ortskern.
am rathaus ein spielplatz,
als solches aber nicht erkennbar,
gewoelbter tartan ueber turnelementen.
vor berlin.

25.09.11

24.09.11

POTSDAMER PLATZ 101

wenn rasierte donuts deinen traum zerrollen
und applerbecksche clownerie nicht mehr weiss was frauen wollen /

das ritz, am platz, und wodka an der bar.
dreimal x, dein ding, und klar,
war ja auch schon dunkel draussen
als teenager in taxis sausten.
diese lieder lassen dich nicht los,
diese lieder waren gross,
doch wusst ich gestern deinen namen nicht,
nur ein fragezeichen hatte ich verinnerlicht.
punkt punkt komma strich,
und fertig ist dein klongesicht.