30.10.13

FAUST 3

Du Spiegelleser, dreckiger Interlektueller, scheisst Deine Menschen zu mit Bildern Deiner ledernen Leica, die Du für Sekunden in die Hände von Handlangern drückst, von Stiefelleckern, von Lutschern, damit Du deine mickrige Persönlichkeit im Glanz von prominenten Mitbewohnern wenigstens halbseiden wirken lassen kannst, "seht her, ich bin doch wer, ha", du kleiner, hässlicher Teufel, du kleinster Teufel. Fotografiere die Kunst und nicht den Künstler. 

10.10.13

07.10.13

01.10.13

ARNIKA UND AUSTERN UND KIPPENBERGER UND GRÜNES LEDER



Du schliesst final in sattem Gold 
Himmelsbeine um den Pegel
eines krachend-lauten Herzschlags 
den ich gestern noch im Koma wähnte
Und all die Exkursionen 
zu Plätzen, an die's uns treibt
wo ich schüchtern, still und atemlos, 
verwundert mir die Augen reib'
Die Idee klingt so absurd, 
wie sie halt klingen muss
Nun ist aller Suche Ende
Enthaltsamkeit im Überfluss
Verkatert schöne Sonntagstouren
mit Schwarzmetall- und Rotrunduhren
heimlich blickend, fehlersuchend
gestern lebend, heute jubelnd










02.09.13

DE RA CI NATED


wie sie sich fragen, wie sie aussehen, 
wenn sie dich ansehen 
mit ihren zweiknopfdoppelkragenhemden 
Wie seh ich aus wenn ich dich ansehe 
wohin siehst du wenn du siehst 
das es nichts zu sehen gibt , wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wer will schon hinsehen, 
wenn jeder es sehen kann, 
wenn es jeder sah 
wie, wenn es jeder hoert,  
in diesem romantischen ensemble, 
wo man sich sieht,  
haette ich nur gestoert
Wie sie sich jagen, 
in schnellen schuhen, 
mit kraeftigen waden, 
in schnellen schuhen, 
wie sie sich jagen
In gewaehlter betaeubung, 
mit jungen herzen, 
jenseits von unmut, 
jenseits von schmerzen
Wer will schon hinsehen, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder sieht, 
wenn es jeder ruft, 
wenn es jeder hoert, 
im romantischen  ensemble, 
haett ich nur gestoert
Wenn es jeder spuert, 
wie du es spuerst, 
wie man es soll, 
wie jeder es hoert, 
wie es jeder sieht, 
wie jeder es kann, 
wie jeder es will, 
will ich es nie, 
will ich es nicht, 
ich will dunkles licht, 
unter dem was du  siehst, 
wie man es spuert, 
wie jeder es sieht, 
wie man keine verfuehrt, 
so will ich es hier, 
wo keiner es sieht, 
und keine es will

20.08.13

RANTAG


12.08.13

PRESSHOLZBUDENDÖRFER SIND KEINE STÄDTE

was hat dich denn geritten
du kleinkarierte grosse stadt
das mitten in dem westen hier 
das arschloch seine mitte hat
unter der ruinenkirche, 
sommer winter allertags
geistern flashbackpennerdirnen
langsam ihre runden ab

01.08.13

42 ITALIEN

hier werden noch welpen getauscht gegen konzertkarten für gianna nannini und die strände sind überschwemmt von mittelgrossen langhaardackeln, in grausam-engen badehosen, die viel zu große hoden halten, und sonne, und sonne.

der weibliche schnitt von strand 4B liest shades of grey hinter schirmen und brillen und geht auffallend oft ins brusttiefe wasser, steht dort, in sanften wellen, mit geschlossenen augen, nur für minuten, stakst zurück an land und schläft dann in der sonne, in der sonne.

alles rennt, alles redet, alles ruft, alles ebnet alles Raue, alles Hohe, alle Kanten, alles Rohe, in der Sonne, in der Sonne.

08.07.13

MONTAG



06.07.13

330

berlin ist immer dann so 
wunderhaft,wenn andere 
es nicht nüchtern sehen
wenn die stadt alleine ist 
und unbeobachtet,
und nicht ständig kommentiert 
wird weil alle schlafen oder 
bewußtlos sind 
oder tot oder aus anderen 
gründen nicht mehr am 
vergleichen sind
wenn berlin alleine ist mit sich  
menschenleer in dämmerung
mensch, berlin braucht dich nicht

21.06.13

19.06.13

BLOND IM GRÜN, UM DREI UHR FRÜH

macht dich das nicht traurig / krank,
nach dem siebten weissen band
umherzuspringen wie ein frosch
bist angedreht schon seit dem grosz
vor gefühlten dreizehn stunden
drehst du deine eignen runden
auf nem meter mal nem meter
der immer enger wird und später
deine kleine fratzenschau
zudem auch noch himmelblau
immer tiefer in die senke
kontrollverlust und nebelbänke

07.06.13

DIE LEERE WIRD AUCH NICHT DURCH EUCH GEFÜLLT

Kudammdämlichkeiten in vergewaltigten Räumen mit hohen Decken und Lüstern mit Schildpattblattgoldexzessen und mittendrin du, und du mit ihr und sie und hmm das Filet zergeht ihr auf der zugekoksten Zunge und schade dass man hier nicht rauchen darf und tja der Service ist so so la la aber hey, und Alabaster soweit das Auge reicht und endlich passiert mal was und der Westen kommt, aber eigentlich kam er schon und ging schon wieder, denn keiner war noch nüchtern und keiner hat's gesehen nur später hat man's lesen können in Briefwurfsendungswerbungsheftchen und Gratispartybildmagazinen die bei Udo Walz faltig in den Ecken liegen, zwischen abgeschnittenen Locken und leeren Tuben mit Placentaforschungscremes und grade der, der immer kritisieren musste, die grosse Stadt, die aufgebläht mehr scheint als ist und Perversion, Gewalt und Spott, gerade seinen Namen knebelst Du und hämmerst ihn über deine Billigpforten über dem beheizten Gehweg und werdet glücklich, aber werdet endlich irgendwas. 

25.05.13

BUD, 00:00 UHR

.wenn man so des nächtens nächtigt
.lider weit und unverdächtigt,
.das fleischgeröll im herrenhirn
.unverpackt in frottee-zwirn
.und nikotin in dunkelheiten
.die sich hinterrücks verbreiten
.weiss man jetzt und schluss und endlich
.alles wache ist vergänglich.




in armeebekleidung
nachtwandeln in der paris bar
ohne schlüssel und erinnerung
der tag dröhnt, der tag bleibt hell

21.05.13

WINDRICHTUNG:


ostseestimmung /s-schwankungen
funktionskleidung im sommer

nasa-nähte
schaumstoffdrähte
know how aus der raum-rakete



17.04.13

1234 MAL "

pick up am ritz, tausend euro gin 
und nuesse, 
bargesitze, chips und ticks, 
frotteetuecher, goldhahnklo 
und wir, wie immer, horrido, 
vermisse nichts als ausser dem, 
das oberflaechensprechextrem, 
detailversessenheit zu sehen 
und immer weiterstehen
...  in nebuloesen nachtkaschemmen 
morphing into partymemmen, 
gaehnend lachend blitze feiern, 

frueh ins bett und high five maenner, 
sehnsuchts-  und gefuehlgereier, 
auf der suche, quest, und finden
binden, binden, binden, binden. 

01.04.13

KEINE ATEMPAUSE, JETZT


man spürt die stadt wenn sie erwacht
wenn du mit ihr die nacht verbracht
hast, schlafend, dunkelzimmertreu
und eben nicht im draussen einerlei
die beine zittern schlank im nylon
halten dicht und wenn sie meinen
sie sollten können dürfen regen
nur um deine sucht zu pflegen
das alles ist nicht wichtig jetzt
wenn du dich in die zeit versetzt
wenn arme schützen, licht entsteht
es gibt kein wind, der mich verweht

11.03.13

SPRING JETZT

"Und dann stand er in 
seinem Wohnzimmer, 
mit Flipflops an den Füßen 
und mit einem Schirmchencocktail in der Hand 
und einer Sonnenbrille auf der Nase, 
er stand in der kalten Wohnung,
und starrte entsetzt aus dem Fenster."

13.02.13

FEB

Der Raum hier ist groß und voller Menschen, soweit das Auge reicht.

 Erst auf den zweiten Blick erkennt man hier und da auch Schauspieler.

Und dann steht der Vater da, in der großen Stadt, in grauer Cordhose

     und hilft dem Mädchen mit dem packen der  Bilder, der Sachen, der Koffer.

Es geht wieder nach Hause. Wir haben Dein Zimmer nie aufgegeben.


30.01.13

ZWEI DUTZEND LIPPENPAARE


"Denn am Flurwandtelefon klammern sich verzweifelt Schnipsel von vorgestern,
wie Fotos und Teile von Fotos und Teile von Teilen von Fotos
und handgeschriebenes, in Schichten, wie eine Warnung:
Nicht jeder ist ein Künstler, nur weil er schafft, zu überleben.

Der Morgen zittert sich nach oben, ob Du es willst, oder nicht."

26.01.13

YOU AND THEM

it's bumming, pumping 
and it's six past seven, 
the wooden booth is stomping 
like a living way to heaven, 
the glimpses are intended, 
the minds are boozed forever, 
they never learn to take the branches, 
they never go there ever. 
although they're so in blow right here, 
they're blacking out the color, 
they do the grey and wear a paleness 
to put themselves in cover





18.01.13

HALSTÜCHER AM ABEND


Sisyphos und Absurdismus

 "Das ist alles so kompliziert, mit den Blumen und der Romantik. ..und dann Luegen ueber Luegen."
 (Dr Zoidberg)

(...) Besonders unverzeihlich ist  jedoch, dass die Leidenschaft reine Behauptung bleibt. 
Das der Koeder nicht geniessbar war.  Kein Mensch vernahm den Befehl zum Rueckzug, nicht auf dieser Seite der Front, nicht in diesen Graeben voller Leichen.
Und Hundert Jahre spaeter, schwebt die blasse Frau in Schoenheit nachts ueber die Moore und zuendet zwei Zigaretten mit ihrem vollen Mund und reicht dir eine davon laechelnd und verschwindet. 

Oh, verschont mich mit kluegsten Spruechen und abfotografierten Schmierereien von Waenden aus dem Internet und Neonschriftzuegen, die von dem Leben anderer erzaehlen, es wird nicht Teil von Euch denn ihr seid nicht Teil von Ihnen.  

"Ich vermisse Reinheit. Nicht das Orginal, das du imitierst. Mehr als alles."

Michael Holm traegt wie immer Halstuch, am Sonntagabend und du liegst erschoepft im Bett und weinst vor lauter Sinn in fast 40 jahre alten Melodien. Keiner sieht dich, keine Sorge. (...)

16.01.13

1234321


Lady Pink,
how have you been
You and Patti Astor
dwelling the gutters
of the Bronx
and of Uptown, too
They have ruined the spirit
Oh they have ruined the spirit
Futura 2000
in 1982
wholetrains
the Flash
They have ruined the spirit
Now they have ruined the spirit
From Danceteria to the Roxy
Torn down, newly built
They have ruined everything

03.01.13

VERSE:KUPFER


Augen schliessen muessen,
groben Stein an Fuessen spueren
man ist so sehr verschlissen,
von all den tausend Liebesmuehen
schoenste Wellenkatastrophen
ertraenkten jedes scheue Tier
Wind und alles duftet
komm her zu mir, her zu mir
Unter  harter Sonne,
nur fuer Sekunden, nur fuer Sekunden
wann hast du mich vergessen?
sind es Wochen, Tage, Stunden?
ich gehoere ab sofort,
jenen Kraeften, Weltenmann,
greife meine Fesseln
und zeig mir deinen Ozean
hol mir jene Frau
und sag, dass ich sie liebe,
wir wissen beide ganz genau,
dass ich erst wenn ich liebe, liebe.

29.12.12

DAS ERSTE ENDE DES LETZTEN JAHRES

 it's almost empty / ROOM
Du letztes Einhorn.  
sadistic sense of humor and shrill laugh. Know when to take a gamble, and always operate outside the jurisdiction of the empire.
und: Asexuelle  Reproduktion // Like a vintage set of gretsch that you're so used to hear but never could afford // 
verkuende den tod von franzoesischen koenigen am morgen 
                    und dich und dein putzfrauengesicht, dich  interessiert das alles nicht . 
das weihnachten, verlebt in stille und allein, kann ohne jeden stoerer dunkelbitter,  einsam sein
A pioneer into illusion, an adventurer into the unknown, and a lifter of veils. Courageous, heroic, and exalted by legions in the unseen. 

20.12.12

FÜNFUNDZWANZIG


erinnerungen in ungehöriger menge taumeln nüchtern durch entfernte wälder mit rindenritzereien voll verzierter schwüre, mein messer wird stumpf

du singst mit gläsern in der hand und fremden im arm und balancierst auf klingen durch die nacht, du hasst meine musik, mein geräusch sei dumpf

kommunizierst über kanäle, die sich nicht erschliessen, weinst und lächelst bis in den mittag und während alles kalt wird, ziehst du deinen trumpf

du bettest dich, wie damals, nackt und wollend und hauchst und grollst und feuchtest alles und alles hier versinkt in einem sumpf

14.12.12

RAUM 101

das alles

 ist nicht fair und die 

        nacht wird heller, ich

stolperte dir hinterher, in 


dreckig-rote keller.
später dann im erdgeschoss, 
der teppich war so kalt, gläser

 rührt der oberboss, 

der abend war so alt.



06.12.12

DECKEN UND KISSEN

das ist wie tortellini essen
um mitternacht
und waagerecht, mit grossem kopf
und sand im mund,
überraschend
monochrome
tumbe villa kunterbunt
hinten links im zimmer sitzen
grosser spass um vier nach fünf
nach sechs nach sieben,
immer hier,
auf weissem möbel schales bier
der sauerstoff ist längst vergangen
kleine blicke, grosses bangen
doch auch heute geht sie auf
zellverfall im dauerlauf
der grosse feind der kleinen lust
übermannt im kalten körper
den erstarkten winterfrust



04.12.12

SAMEDI

verwandlung folgt gleich nach der dusche
signalschild an, ein rotes suche
alles ganz schön körnig heute
machs weicher jetzt, geh unter leute
viertelstunde hast du dann
bevor dann alles
steht in brand
augen zu und lunge auf
und faust geballt
in vollem lauf



29.11.12

IMPULSKONTROLLE FEHLANZEIGE



das gleiche
hühnerkörper
funktionslos

die hure donnert weisheiten aus ihrem blanken rohr
die sonne quetscht sich langsam durch das schwarz

der wodka endet alles

13.11.12

FRÜHE VERHÄLTNISSE IN DER CITY-WEST

und dann neidest du, 
du neidest alles, 
du neidest selbst die starre losigkeit,
und die kleine fahle daemmerung 
in ihren geistern, 
die jetzt am mittag 
an dir vorbeischweben 
in overknees und lederstiefeln, 
unbekuemmert und befleckt.
ein schneller dreh nach links 
und dein gehirn wabbert 
in dem kalken schaedel 
wie ein eightball 
und jetzt ist alles nur noch 
zoo und kino und gruener tee 
und doch rechts stapeln sich die dinger, 
aufgepusht und drangsaliert 

02.11.12

KONTINENT 101




bist du beseelt/gesicht so nah über einem buch/mehr als eine unterlage/mehr als grauer fluch/wenn sich alles nur verschlimmert/in nächten voller gier/lies wie der sambesi wimmert/in zarten schlangen unter dir/kristallines sehnsuchtsbild/gemalt in schwarzer asche/und jenseits der dosierampullen/nicht mehr als eine masche

18.10.12

SPIEGEL 101

unstetes wählen wahlloser
unfreiwilliger
schlafender
menschen
und keine antwort kommt

nur dieses letzte mal
versprochen
komm
nur dieses letzte mal
ich bin auch gut zu dir

alles was ich bin
alles was ich war
vergib mir
nur dieses letzte mal
nur dieses eine mal

es ist 6 uhr morgens
du redest wie ein wasserfall in zeitlupe
ich höre eh nur mir zu
alles andere ist so verletztend







16.10.12

TAUSEND UND EINS NACHT




im fahlen rot der ostblockgrube: grossaeugig tierfilme bestaunen,
ueber aequatorleben und savannendramen, 
tiefseefuehler, schweinswal-damen,  
schliesst du augen

deine neue mitte ist ein weiteres versprechen 
an aussichtsreiche plattformen fuer uebersichten 
auf normalitaeten, kabelsendungen an den roehrenfernseher 
mit aspect-ratio-verschiebungen, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden, 
jahrelang merkt man nicht, dass alles irgendwie verzerrt erscheint was fuer dich so richtig ist. 

und wieder feudelst du mit deinem zepter laubbedeckte wege frei, 
wie jedes jahr seitdem du alt bist, griesgraemig und einerlei

waschbetonwege zum unterschlupf, zwischen 
alten 
braunen 
fichten, sauerland und moehnesee

aufblende 

die kleinen kinder, goldgraeber und taenzer, die schulen und die hunde, die besucher und die falsche liebe /  

im lieblingsladen, wo hunde auf den baenken hecheln und kokain die seele nebelt, 
wo kleine maenner unrasiert die ganze nacht lang sprueche hebeln
das fleisch tropft in den schraenken vor dir und neben dir  der blaue makler 
der heute nur noch halb so gross ist wie er damals niemals war

- tripping nebenan, ganz nebenbei, und ketamin, 
und ich so nuechtern wie der papst und die liebe neben dir


 / und was ist deprimierender als:
 sonntags morgens im bahnhof-zoo-berlinsouvenirartikelladen 
zwischen diddlmaeusen und bierkruegen zu stehen 
und sich nach seiner naechsten 
ernte 23 zigarettenpause zu sehnen, 

wenn dann am fruehen mittag 
konzentriert die sbahn trichtert 
und haende voll von jungen maedchen kichern  
die heimkehren von ihren suenden, 
noch tanzend 
und betrunken 
doch alle mit kaum wahrnehmbaren wunden, 
im herzen und zwischen ihren beinen 
und wenn es nicht so schoen und lustig waer, 
muessten sie jetzt weinen

die neuen nutten, 
die blecherne jeunesse doreé

wenn butterweiche adelmaedchen reiche gaeste setzen
ist der untergang nicht weit / 

es gibt nichts peinlicheres als menschen, die musik machen, die mir nicht gefaellt / 

die woche bricht bald an und vorsichtig, 
ducke dich, die tage kommen, 
und einer wie der andre sagt:  
ich mag dich lieber voll benommen. 

02.10.12

%



                                                                                                                     Taylor Dayne




Wenn alles verdampft, winden wir uns wie verliebte Aale im Schlamm der Gedanken, es gibt hier kein Entkommen, am Ende der Nacht,




Let the memories   good    for 
                                                                                                         those who stay





                                  am späten Sonntagmorgen, am weissen Tisch, wo Deine unvernünftigen           
Lösungen die Zwänge irdischer Statik aufheben.


"he flesh that lived and loved will be eaten by plague



(trumpet solo)



25.09.12

22:22












Er  wirft dich in die Raeume, du kannst ja gar nicht mehr den Ausgang finden, wenn du nur mit dem Ruecken zur Wand stehst. Es glitzert, im Grill, Borchardt warst du lange nicht, der erste Drink, der erste Mensch. Ein Taxi, schon wieder, der Zielort klingt wie eine Phrase. Vorbei an Hotels, wieder im Bett, die Technik ist altmodisch, das Essen ungesund, die Sehnsucht verdorben und nichts kommt morgen was anders waere. (...)

17.09.12

SUNDOWNERSYNDROM IM SPÄTEN SOMMER


So kleine Schreiberlinge, kleine Schreiberlinge und Eure
erschwindelten Mitteilungsbedürfnisse  
mit gelangweilten und dahingehusteten Sätzen
aus aneinandergereihten Sinnlosigkeiten,
wo Spannungen ersetzt werden
durch Selbstzufriedenheiten und Sonnenbrillen
und Nichtdazugehörigkeiten,
in der Abendsonne irgendeiner Kulturmetropole.
Ich kann euch nicht fühlen, nicht ertragen,
nicht lesen, nicht hassen,
aber ich nehme euch wahr,
seid froh und sicher,  ich nehme euch wahr,
wie kleine Schauspieler, Auswendiglerner
Grimassenschneider,
Ihr Kulturklötze, mit euren kleinen
Vorstadtbühnengeschichtchen,
Ihr People of Today, kontrastreich in Passbildboxen,
Viererbilder, Zungen raus,
es gibt nicht mehr was Ihr der Welt zeigen könnt.
Ich sehe euch nicht zu, seid froh,
man sieht euch nicht mehr zu.

09.09.12

WIE GEHTS?

das erfüllen des wunsches war dabei
das leichteste,
als ob sie wie die schakale um die blocks
in der umgebung streiften,
bereit und einen atemzug entfernt,
alles war so leicht, für jeden,
jederzeit,
ein paar zahlen
und der tiefe sprung ins dunkle
immer tiefer,
immer 

07.09.12

JR

rathaus-center, pankowland
tramgerüttel: fulminant
die sonne scheint
die oma lacht
alle sorgen hausgemacht

zwanzig vierzig prenzlberg
gekicher wie ein scharfes schwert
mütze tiefer ins gesicht
hauptsache man sieht mich nicht





28.08.12

UNHEILBAR

Leichte Kopfschmerzen in der Magengegend,
als ich hier wieder stehe.

Sofas in den Strassen,
ein dünner Sänger, ein fahler See.

Bären auf Bänken,
ein paar tote Fische treiben ans Ufer.

Rostige Wasserrutschen, gelbes Schilf
When I got home

Mickey D, der Duft der Stunde
noch im Toyota

See the danger


24.08.12

WER ODER WO IST MONTENEGRO?

Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel dauert zwei Stunden, räuspert der Mann am Steuer - die ersten Worte, die gesprochen werden, eine halbe Stunde nachdem ich eingestiegen war. Ein Nicken als Begrüßung. 
"Currency...Euro?" frage ich.
"Yes, yes."
Wir halten an einer Tankstelle. Der Kühler. 
Ich kaufe eine Flasche Wasser und Hobbits. Es sind 35° C. 
Links, viel weiter unten: Palmen, Klischeebuchten, verfallene Rohbauten, soweit das Auge reicht. Dazwischen Hotels, weitere Tankstellen. 
Ein brennendes Auto. Als wir an ihm vorbeifahren, wird es sehr heiß. Es riecht nach verkohltem Plastik. Die Männer auf den Strassen sind düster und dunkel, die Frauen sind groß und schön. 
Ampel. 
Toni Braxton in einem Golf 3.
37°C. 
An jede Hauswand klammert sich eine japsende Klimaanlage. Jede Wiese ist hier Golfplatz, ein dutzend Pflastersteine das Versprechen einer Strasse, die sich vorbei an Nattern schlängelt.

HAMMERSCHMIDT



Bonner Villenviertel
Bo Derek und ein Pferd
Steh auf und schalte um
die Info ist nichts wert
Bomben, Hitze, Costa Brava
Felsenkueste satt
und dumpfes Tennisplatzgelaber
über Yassir Arafat
Nationalgericht hier: Fritten
und Donkey Kong am Pool
man fühlte sich inmitten
allem plötzlich cool
Die ersten Haie tauchten auf
und trüber Dauerregen
und Hammerschmidts im fernen Land
wollten was bewegen
Augen zu, es endet hier
ab jetzt kommt nur noch Schmerz
und wenn man schon noch Leben will
dann bitte ohne Herz







21.08.12

1980






Es war eher am Morgen, 
Alu-Koffer aus Kunststoff, 
Inzucht unter Raubtieren, 
"Efendi!"-Rufe und Flamingofarben. 
Abtauchen. Auftauchen. 
Bellende Huftiere. Der Graben. 
Sehnsucht.


11.08.12

MAUERFALL, MAUERBAU



ich erinnere, spät am abend, früh am morgen, aluminiumkoffer in meinen händen, mentholzigaretten in deinen und stottern und blaulicht hinter dir, engelsgleich der schein in flackernd-blau der nahen polizeistation und schamgefühl, schamgefühl um vier uhr morgens, erklärend, mit leeren händen jetzt, und arroganz, die ganze strasse breit, das ganze viertel dunkel in arroganz getaucht. ich wurde immer nur noch kleiner als ich weinte, mauerbau, mauerfall, mauerbau und du, dich drehend, nicht von dieser welt, leider, argumente zerplatzen an den spitzen knochen, die scheinbar schuldfrei über deinem jeanssaum blitzen und ich, ich konzentriere mich auf klaren ausdruck und zungenbewegung in einem mund, so trocken wie die danakil.

DON'T BE AM FRÜHSTEN MORGEN

manchmal wuenschte ich so sehr 
ich waer tourist in meiner stadt 
und wuesste nichts von alledem 
was diese stadt so grausam macht 
Unbeschwert besichtigen, 
fotos machen hier und da 
und dann am ende jedes  tage
zurueck in mein provinzblabla. 
die naechte sind die schlimmsten hier, 
ganz anders als in den prospekten, 
statt engel die dich schlafen legen 
sind hier  nur teufel die dich wecken. 

07.08.12

SONNTAGS



Zwischen Meterkreuzen, Hammerwurf und Chlorpalaesten:  Der Kommentator des Pferdesports saeuselt schwuel und blumig Fachbegriffe in sein Mikrofon. Nichts wuerde er lieber tun, vielleicht noch selbst die Stute reiten, fuehren in der Abendsonne, vorbei an pinken Blumenkuebeln,  in adretter Kleidung. Der kleine Mann des Pferdesports geht abends schnell in ein Hotel, in einer grossen Stadt, die viel zu viele Autos und viel zu wenig Kutschen hat. 

03.08.12

623

(am savignyplatz wo die penner liegen wo charlottenburger ihr charlottenburg am meisten lieben verfehlte comic-kunst am bau und die stadtbekannte stadttoilettenhaeusschensau ihr horizontales gewerbe meist im stehen meistert und auf den punkt genau 


menschen manchmal krustentiere rot vor angst sich zu blamieren siedeln ein und bauen mauern)

28.07.12

EINE HALBE STUNDE





jetzt ziehst du los und ohne mich
verwickelst dich, bist unkenntlich
umgeben von den höchsten Orten
wo keine Worte Horden morden
so wie hier unten in der Schlucht
Einsamkeit ist eine Sucht. 
am Bahnsteig winkt Vergangenheit
hier verblasst dein ganzes Leid
zurück bleibt grau-entfernte Jugend
Einsamkeit ist deine Tugend

25.07.12

ÜBER DIE ENTFERNUNG ZU VORBEIFAHRENDEN AUTOS

Es gibt  nicht allzu viel zu sagen über Nebelnächte


Weissweintrunken, Haltung wahren,
überheblich: Dominanzgebaren.
Der Sommer ist besonders hart,
Das Hirn ist hier besonders zart
wenn dünne Strahlen durch Milchfenster dringen
um dir ein letztes Requiem zu singen



18.07.12

LM





so wie marlene, bei der beerdigung, am schöneberger marktplatz, als leute, fremde menschen, zu den ständen rannten und eilig blumen kauften, alle blumen kauften sie, rosen, narzissen, tulpen und alle stände waren bald leergefegt und der hölzerne sarg bedeckt von einem bunten teppich später liebe und alles war dahin, die uniformen, die fronten, die toten und die täter. 

16.07.12

ODYSSEE INS REICH DER MITTE

in den boutiquen, nur traurige menschen. 
(neongelbe sportschuhlaeden)
schweden fahren rent-a-bike, 
mode-essen verdraengt currywurst 
und da wo sie vereinzelt wieder auftaucht, 
die wurst, 
ist sie ploetzlich modewurst. 
alles hier ist angestrengt. 
in den gesichtern der jungen menschen:  
schweissperlen und fragezeichen, 
angst und verzweiflung. 
projekte in der pipeline. 
flaschenbier und vernissagen; 
vintage, höchstens die ideen. 

13.07.12

140

Die Anordnung
von Kissen, Decke,
Körper
Weit nach Mitternacht
Alleinigkeiten unterm
Einfachdoppelfensterglas
Unruhe





03.07.12

STERN

es geht auch hier um: berliner hörigkeiten
um verbeugungen vor einem wirren idealbild
vor verschwommenen gebilden und um
"das können wir auch"
es bedarf nur einem zelt und einer menge geld
und mädchen und geschäftsleuten
in angesagten jeans
es geht hier auch um: sehnsüchte 
nach unerreichbarem und scheinbar
bald erstrebenswertem
es geht um das rumzeigen
von magazinen, 
die sonst alles zeigen ausser uns





21.06.12

0101011001100010

fackelzug, protzgehabe, 
modisches rumkunstgelaber, 
fettenst im kalender streichen, (rechtzeitig die sinne eichen)
ticket loesen, antwortfax, 
in begleitung: schabernack, 
treiben an der gratisbar, 
schnell noch fotos hier und da, 


uploading um vier Uhr nachts, 
dicker mensch, wer haetts gedacht, 
hier bist du noch, hier bist du wer?
grundlos irrst du schlicht umher, 
hauptsache die anderen lesen
kommentare deiner spesen, 


abende in dunklen loechern, 
stumpfe pfeile sind im koecher, 
nicht mal trunken interessant, 
geistig leider laengst verbannt 
in deine kleine netzwerkwelt 
und alles alles wirkt bestellt

15.06.12

INSERT

"Und plötzlich ist alles wieder da, innerhalb einer Sekunde, für eine Sekunde, Barbarossastrasse, Schöneberg, Mutter, Fischlabor, nach dem Sturm, vor dem Wind, Smileys an den Decken von Kleinstadtdiskotheken, Glasfirmenchefs' Töchter und Sennenhundbesitzer, keine Handys, kein Internet, nur Bier und grosse Brüste und weggefegte Teenagerzelte auf verranzten Campingplätzen und die Beastie Boys, die aus grossen Kassettenrekordern unverständliches spuckten, was willst du jetzt, Gedanke? Hast du denn keine Ruhe?"

12.06.12

NOCH EIN GATE

die leise schwermut der raucherlounge von düsseldorf international.
das stumme rauchen, die ergebenheit.
ängstliches durchschreiten der scanner, die arme in der luft.
nebelblicke auf rollfelder.
erschöpft durch abwesenheit.
alles wankt
im takt deiner herzrhythmusstörung
wir enden hier als vorbild.

07.06.12

EIN LEBEN VOLLER MONTAGE, 2



TÜRKISSHIRT, ETHNOPRINT, OHRRINGKIND
SLASH FITNESSRIND
HAUPTSTADTGROSSE HALSBRSCHMÜCKUNG
TOTENKOPF ALS HIRNBEGLÜCKUNG
MUSKULÖSE FEHLEINSCHÄTZUNG

04.06.12

ENDWURF

alles nur 
des grundes wegen 
habe nie im buch gelesen 
das deine zeilen sichtbar macht 
das seelenfrei in dunkelheit 
in trauer tief die helle schafft, 
im alten leiden eitelkeit, 
geformt mit erde, 
unbereit

22.05.12

AVA GARDNER

the flaming jerk /the ruined gipsy
i used to wake when you got tipsy
the golden robot chained to keys
the latest anniversary

the crenellated skyline rising like a bar of profits
and further down the dock
the ass of miss in shiny metal

if youre indifferent - endsville

16.05.12

STADTASTHMA


Der halbmann mit dem klaviertastenschlips , das batiktuch um kummerhueften, die brust wie eine welle. Alle tragen iphones. Geschmaecklerisch, immerhin:  fusionfood, torstrasse, sojasaft mit osterhase / vor dem ewerk-komplex: geleaste autos, schwarz, doppelauspuff als zeichen von staerke. Fuenf minuten, dann kudamm, das gleiche bild, nur deutlicher , im europacenter riecht es seit JAhrzehnten nach chlor. Neubau, zoopalast, Bikinihaus, fuer fremden gast . Wiederherstellung historischer sichtachsen: verbesserung durch abriss: ein funke hoffnung 
Pierre Littbarski isst würstchen bei Ullrich


08.05.12

RADARAUSSCHLÄGE AUS BEKANNTER RICHTUNG



Nur einmal noch so haltlos sein
noch einmal nachts die Zeit vergessen
wenn Unbeschwertheit König ist
nur einmal noch den Kuchen essen
Das Abitur liegt brach vor dir
Es kümmert keine Zweifelei
Die Sprünge enden immer weich
Fern ab von hier: das Einerlei
Durch den Tropf in trockner Haut
schmerzbefreit die Nacht erscheint
Zukunft ist auf Sand gebaut
jedes Ja wird hier verneint. 

07.05.12

ZU VIEL, ZU JUNG

Der Rückzug, auf ganzer Linie, angekündigt und mit sich reibenden Händen vollzogen, schnell und heimlich, doch für alle erkennbar, sofern nüchtern, für immer, bis das Kommando anderes befiehlt. 
Tribut zollen, Einsicht zeigen, Langeweile respektieren.
Humor entwickeln, der in Schadenfreude wurzelt, in Kopfschütteln, voller Mitleid.
Klüger werden.
Der Rückzug, Seelenfrieden, Poleposition Ruhepol.
Wahrnehmen verwackelter Bilder, Bücher nicht mehr Möbelstücke.
Neuzeit. Eistau. 
Arbeitsablaufkorrektur, Lebensneuheitendressur.



03.05.12

VERMISSTENANZEIGETAFEL, OHNE SCHRIFT



in stinkend-schwülen sommernächten
s-bahnkreuz-triologie
des ford fiestas spritgerüche
metall auf schiene: lieblingslied
komm her, du unbestimmter morgen,
alles wird wie alles gut
die unbedarfte tote röte
gibt dir frei und billig mut. 

27.04.12

NUTZVIEH, ETC


WETTLAUF NACH BOMBAY
ALS WIR, AM SCHÖNEBERGER RATHAUS, 1987,
IRGENDWIE ENTRONNEN SIND
DEM GREIFARM UNSERER HÜTER
IM FLASHDANCE
UND ANDERSWO
NICHTS ERINNERT NOCH AN:
UND WIE EIN GESCHMINKTER AFFE, SITZT DU DA.

16.04.12

AN DER ROTEN LAMPE



kragen hoch: der wartemann, 
blick gesenkt und zitternd, dann:  
wie eingefroren steht er da, 
erinnert sich was gestern war.  
kaelte gibt ihm seine schwere,  
finger tippen ungebrochen 
morsezeichen in die leere,
passanten kreuzen ziellos hier, 
der eine satz: ich mag kein bier, 
klingelt hallend nach, er laechelt still, 
denn das ist alles was er will. 
kippenberger hats gewusst, 
das fahle rot wird weggeputzt 
durch menschen in den diskotheken, 
die sich, wenns geht, ganz klein bewegen
wenn andre ihre brötchen holen
morgens und auf gummisohlen
vielleicht ist alles nur gedanke
vielleicht ist dieser ort für kranke
alte helden alter zeiten
die die wahrheit schlicht vemeiden
doch nichts ist schöner: der gedanke
von glück unter der roten lampe


11.04.12

SAVE THIS DATE

leerlaufgang im auto, 
zweite reihe, flux fm,
gedanken sind woanders grade, 
spiegelblick: dein groesster fan
erster lauer fruehlingsabend, 
wochenmitte fast erreicht
konzentriert auf nebensachen, 
haarwachs, das zwei wochen reicht
kontrollblick innen/aussenspiegel, 
alles wie es grade war 
nicht veraendert hier so sehr 
wie suchen nach dem suppenhaar 

06.04.12

YOUTUBELINKS IM DAUERFEUER

Steht am Tisch, am leeren Tisch, Aschestühle, Hochhackschuhe /
Diebstahlgläser rühren stumm die unbekannte Drogensuhle