30.01.13

ZWEI DUTZEND LIPPENPAARE


"Denn am Flurwandtelefon klammern sich verzweifelt Schnipsel von vorgestern,
wie Fotos und Teile von Fotos und Teile von Teilen von Fotos
und handgeschriebenes, in Schichten, wie eine Warnung:
Nicht jeder ist ein Künstler, nur weil er schafft, zu überleben.

Der Morgen zittert sich nach oben, ob Du es willst, oder nicht."

26.01.13

YOU AND THEM

it's bumming, pumping 
and it's six past seven, 
the wooden booth is stomping 
like a living way to heaven, 
the glimpses are intended, 
the minds are boozed forever, 
they never learn to take the branches, 
they never go there ever. 
although they're so in blow right here, 
they're blacking out the color, 
they do the grey and wear a paleness 
to put themselves in cover





18.01.13

HALSTÜCHER AM ABEND


Sisyphos und Absurdismus

 "Das ist alles so kompliziert, mit den Blumen und der Romantik. ..und dann Luegen ueber Luegen."
 (Dr Zoidberg)

(...) Besonders unverzeihlich ist  jedoch, dass die Leidenschaft reine Behauptung bleibt. 
Das der Koeder nicht geniessbar war.  Kein Mensch vernahm den Befehl zum Rueckzug, nicht auf dieser Seite der Front, nicht in diesen Graeben voller Leichen.
Und Hundert Jahre spaeter, schwebt die blasse Frau in Schoenheit nachts ueber die Moore und zuendet zwei Zigaretten mit ihrem vollen Mund und reicht dir eine davon laechelnd und verschwindet. 

Oh, verschont mich mit kluegsten Spruechen und abfotografierten Schmierereien von Waenden aus dem Internet und Neonschriftzuegen, die von dem Leben anderer erzaehlen, es wird nicht Teil von Euch denn ihr seid nicht Teil von Ihnen.  

"Ich vermisse Reinheit. Nicht das Orginal, das du imitierst. Mehr als alles."

Michael Holm traegt wie immer Halstuch, am Sonntagabend und du liegst erschoepft im Bett und weinst vor lauter Sinn in fast 40 jahre alten Melodien. Keiner sieht dich, keine Sorge. (...)

16.01.13

1234321


Lady Pink,
how have you been
You and Patti Astor
dwelling the gutters
of the Bronx
and of Uptown, too
They have ruined the spirit
Oh they have ruined the spirit
Futura 2000
in 1982
wholetrains
the Flash
They have ruined the spirit
Now they have ruined the spirit
From Danceteria to the Roxy
Torn down, newly built
They have ruined everything

03.01.13

VERSE:KUPFER


Augen schliessen muessen,
groben Stein an Fuessen spueren
man ist so sehr verschlissen,
von all den tausend Liebesmuehen
schoenste Wellenkatastrophen
ertraenkten jedes scheue Tier
Wind und alles duftet
komm her zu mir, her zu mir
Unter  harter Sonne,
nur fuer Sekunden, nur fuer Sekunden
wann hast du mich vergessen?
sind es Wochen, Tage, Stunden?
ich gehoere ab sofort,
jenen Kraeften, Weltenmann,
greife meine Fesseln
und zeig mir deinen Ozean
hol mir jene Frau
und sag, dass ich sie liebe,
wir wissen beide ganz genau,
dass ich erst wenn ich liebe, liebe.

29.12.12

DAS ERSTE ENDE DES LETZTEN JAHRES

 it's almost empty / ROOM
Du letztes Einhorn.  
sadistic sense of humor and shrill laugh. Know when to take a gamble, and always operate outside the jurisdiction of the empire.
und: Asexuelle  Reproduktion // Like a vintage set of gretsch that you're so used to hear but never could afford // 
verkuende den tod von franzoesischen koenigen am morgen 
                    und dich und dein putzfrauengesicht, dich  interessiert das alles nicht . 
das weihnachten, verlebt in stille und allein, kann ohne jeden stoerer dunkelbitter,  einsam sein
A pioneer into illusion, an adventurer into the unknown, and a lifter of veils. Courageous, heroic, and exalted by legions in the unseen. 

20.12.12

FÜNFUNDZWANZIG


erinnerungen in ungehöriger menge taumeln nüchtern durch entfernte wälder mit rindenritzereien voll verzierter schwüre, mein messer wird stumpf

du singst mit gläsern in der hand und fremden im arm und balancierst auf klingen durch die nacht, du hasst meine musik, mein geräusch sei dumpf

kommunizierst über kanäle, die sich nicht erschliessen, weinst und lächelst bis in den mittag und während alles kalt wird, ziehst du deinen trumpf

du bettest dich, wie damals, nackt und wollend und hauchst und grollst und feuchtest alles und alles hier versinkt in einem sumpf

14.12.12

RAUM 101

das alles

 ist nicht fair und die 

        nacht wird heller, ich

stolperte dir hinterher, in 


dreckig-rote keller.
später dann im erdgeschoss, 
der teppich war so kalt, gläser

 rührt der oberboss, 

der abend war so alt.



06.12.12

DECKEN UND KISSEN

das ist wie tortellini essen
um mitternacht
und waagerecht, mit grossem kopf
und sand im mund,
überraschend
monochrome
tumbe villa kunterbunt
hinten links im zimmer sitzen
grosser spass um vier nach fünf
nach sechs nach sieben,
immer hier,
auf weissem möbel schales bier
der sauerstoff ist längst vergangen
kleine blicke, grosses bangen
doch auch heute geht sie auf
zellverfall im dauerlauf
der grosse feind der kleinen lust
übermannt im kalten körper
den erstarkten winterfrust



04.12.12

SAMEDI

verwandlung folgt gleich nach der dusche
signalschild an, ein rotes suche
alles ganz schön körnig heute
machs weicher jetzt, geh unter leute
viertelstunde hast du dann
bevor dann alles
steht in brand
augen zu und lunge auf
und faust geballt
in vollem lauf



29.11.12

IMPULSKONTROLLE FEHLANZEIGE



das gleiche
hühnerkörper
funktionslos

die hure donnert weisheiten aus ihrem blanken rohr
die sonne quetscht sich langsam durch das schwarz

der wodka endet alles

13.11.12

FRÜHE VERHÄLTNISSE IN DER CITY-WEST

und dann neidest du, 
du neidest alles, 
du neidest selbst die starre losigkeit,
und die kleine fahle daemmerung 
in ihren geistern, 
die jetzt am mittag 
an dir vorbeischweben 
in overknees und lederstiefeln, 
unbekuemmert und befleckt.
ein schneller dreh nach links 
und dein gehirn wabbert 
in dem kalken schaedel 
wie ein eightball 
und jetzt ist alles nur noch 
zoo und kino und gruener tee 
und doch rechts stapeln sich die dinger, 
aufgepusht und drangsaliert 

02.11.12

KONTINENT 101




bist du beseelt/gesicht so nah über einem buch/mehr als eine unterlage/mehr als grauer fluch/wenn sich alles nur verschlimmert/in nächten voller gier/lies wie der sambesi wimmert/in zarten schlangen unter dir/kristallines sehnsuchtsbild/gemalt in schwarzer asche/und jenseits der dosierampullen/nicht mehr als eine masche

18.10.12

SPIEGEL 101

unstetes wählen wahlloser
unfreiwilliger
schlafender
menschen
und keine antwort kommt

nur dieses letzte mal
versprochen
komm
nur dieses letzte mal
ich bin auch gut zu dir

alles was ich bin
alles was ich war
vergib mir
nur dieses letzte mal
nur dieses eine mal

es ist 6 uhr morgens
du redest wie ein wasserfall in zeitlupe
ich höre eh nur mir zu
alles andere ist so verletztend







16.10.12

TAUSEND UND EINS NACHT




im fahlen rot der ostblockgrube: grossaeugig tierfilme bestaunen,
ueber aequatorleben und savannendramen, 
tiefseefuehler, schweinswal-damen,  
schliesst du augen

deine neue mitte ist ein weiteres versprechen 
an aussichtsreiche plattformen fuer uebersichten 
auf normalitaeten, kabelsendungen an den roehrenfernseher 
mit aspect-ratio-verschiebungen, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden, 
jahrelang merkt man nicht, dass alles irgendwie verzerrt erscheint was fuer dich so richtig ist. 

und wieder feudelst du mit deinem zepter laubbedeckte wege frei, 
wie jedes jahr seitdem du alt bist, griesgraemig und einerlei

waschbetonwege zum unterschlupf, zwischen 
alten 
braunen 
fichten, sauerland und moehnesee

aufblende 

die kleinen kinder, goldgraeber und taenzer, die schulen und die hunde, die besucher und die falsche liebe /  

im lieblingsladen, wo hunde auf den baenken hecheln und kokain die seele nebelt, 
wo kleine maenner unrasiert die ganze nacht lang sprueche hebeln
das fleisch tropft in den schraenken vor dir und neben dir  der blaue makler 
der heute nur noch halb so gross ist wie er damals niemals war

- tripping nebenan, ganz nebenbei, und ketamin, 
und ich so nuechtern wie der papst und die liebe neben dir


 / und was ist deprimierender als:
 sonntags morgens im bahnhof-zoo-berlinsouvenirartikelladen 
zwischen diddlmaeusen und bierkruegen zu stehen 
und sich nach seiner naechsten 
ernte 23 zigarettenpause zu sehnen, 

wenn dann am fruehen mittag 
konzentriert die sbahn trichtert 
und haende voll von jungen maedchen kichern  
die heimkehren von ihren suenden, 
noch tanzend 
und betrunken 
doch alle mit kaum wahrnehmbaren wunden, 
im herzen und zwischen ihren beinen 
und wenn es nicht so schoen und lustig waer, 
muessten sie jetzt weinen

die neuen nutten, 
die blecherne jeunesse doreé

wenn butterweiche adelmaedchen reiche gaeste setzen
ist der untergang nicht weit / 

es gibt nichts peinlicheres als menschen, die musik machen, die mir nicht gefaellt / 

die woche bricht bald an und vorsichtig, 
ducke dich, die tage kommen, 
und einer wie der andre sagt:  
ich mag dich lieber voll benommen. 

02.10.12

%



                                                                                                                     Taylor Dayne




Wenn alles verdampft, winden wir uns wie verliebte Aale im Schlamm der Gedanken, es gibt hier kein Entkommen, am Ende der Nacht,




Let the memories   good    for 
                                                                                                         those who stay





                                  am späten Sonntagmorgen, am weissen Tisch, wo Deine unvernünftigen           
Lösungen die Zwänge irdischer Statik aufheben.


"he flesh that lived and loved will be eaten by plague



(trumpet solo)



25.09.12

22:22












Er  wirft dich in die Raeume, du kannst ja gar nicht mehr den Ausgang finden, wenn du nur mit dem Ruecken zur Wand stehst. Es glitzert, im Grill, Borchardt warst du lange nicht, der erste Drink, der erste Mensch. Ein Taxi, schon wieder, der Zielort klingt wie eine Phrase. Vorbei an Hotels, wieder im Bett, die Technik ist altmodisch, das Essen ungesund, die Sehnsucht verdorben und nichts kommt morgen was anders waere. (...)

17.09.12

SUNDOWNERSYNDROM IM SPÄTEN SOMMER


So kleine Schreiberlinge, kleine Schreiberlinge und Eure
erschwindelten Mitteilungsbedürfnisse  
mit gelangweilten und dahingehusteten Sätzen
aus aneinandergereihten Sinnlosigkeiten,
wo Spannungen ersetzt werden
durch Selbstzufriedenheiten und Sonnenbrillen
und Nichtdazugehörigkeiten,
in der Abendsonne irgendeiner Kulturmetropole.
Ich kann euch nicht fühlen, nicht ertragen,
nicht lesen, nicht hassen,
aber ich nehme euch wahr,
seid froh und sicher,  ich nehme euch wahr,
wie kleine Schauspieler, Auswendiglerner
Grimassenschneider,
Ihr Kulturklötze, mit euren kleinen
Vorstadtbühnengeschichtchen,
Ihr People of Today, kontrastreich in Passbildboxen,
Viererbilder, Zungen raus,
es gibt nicht mehr was Ihr der Welt zeigen könnt.
Ich sehe euch nicht zu, seid froh,
man sieht euch nicht mehr zu.

09.09.12

WIE GEHTS?

das erfüllen des wunsches war dabei
das leichteste,
als ob sie wie die schakale um die blocks
in der umgebung streiften,
bereit und einen atemzug entfernt,
alles war so leicht, für jeden,
jederzeit,
ein paar zahlen
und der tiefe sprung ins dunkle
immer tiefer,
immer 

07.09.12

JR

rathaus-center, pankowland
tramgerüttel: fulminant
die sonne scheint
die oma lacht
alle sorgen hausgemacht

zwanzig vierzig prenzlberg
gekicher wie ein scharfes schwert
mütze tiefer ins gesicht
hauptsache man sieht mich nicht