12.03.10

KEINE KINDHEIT / KEINE HEIMAT

1987

das war ich nicht am morgen
wenn der schlaf noch in den knochen weilt
könnt ich nur vertrauen borgen
halbieren all die teufelssorgen
alles war so festgekeilt

ich kenn mich nicht als kind
alles ist so früh verschwommen
alles war nur gegenwind
tode machen manchmal blind
und man fühlt sich nur benommen

mit jeder untergehenden sonne
fühlte ich mich mehr wie ein fremder an einer unbekannten küste
und ein boden aus treibsand unter meinen füssen
der langsam immer mehr verschwand

MEIN WEG

1000

"Halb gebissen, halb gehaucht. Halb die Lippen eingetaucht. Nicht ohne Unterschied der Zeiten. Mehr alleine denn bei Leuten. Küsse nun ein Jedermann, wie er weiß, will, soll und kann. Ich nur und die Liebste wissen, wie wir uns recht sollen küssen".

Paul Flemming

11.03.10

WARUM HERR BALLHAUS?

Unerträgliche Minuten über den Tempel der uninspirierten Einsamkeiten: IN BERLN von Michael Ballhaus. Hier gibt’s alles: Schauspieler, Türken, Künstler, Behinderte, so sieht der Bodensatz der Stadt aus, wenn Ballhaus sein zusammengeglaubtes Porträt der Hauptstadt köchelt. Aber hey! Sicherlich hat eine Berlin – Doku nie mehr Fördergelder eingestrichen, der Name Ballhaus zieht anscheinend und so gibt’s schicke Kamerafahrten, Luftaufnahmen aus Helikoptern, besinnliche Klaviermusik zu verwackelten Probeaufnahmen an der Berlin Volksbühne und und und.
Aber nichts bleibt hängen, nichts ist wichtig, nichts ist Berlin.
Einzig und allein Techno-Veteran Jeff Mills bleibt in Erinnerung:
“Why are there no skscrapers? Every big city has skyscrapers.”
Eben.

10.03.10

BLAH BLAH BLAH

BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH BLAH

09.03.10

SKY

"This is the violet hour, the hour of hush and wonder, when the affections glow again and valor is reborn, when the shadows deepen magically along the edge of the forest and we believe that, if we watch carefully, at any moment we may see the unicorn." (Bernard DeVoto)

08.03.10

WHAT ARE YOU WEARING?

oscarnacht
durchgemacht
textnachrichten
sachgeschichten
abgelacht
mit dem wilden osten
kleider kleider kleider
was die wohl alle kosten?




07.03.10

MIRROR

With every sun that sets I am feeling more
Like a stranger on a foreign shore
With an eroding beach disappearing from underneath
And when my mirror speaks it never minces words
Because these eyes don't shine half as bright
As they used to do and they haven't for quite a while
Because I'm a man who hides from all that binds
And a mess of fading lines
And there's a tangled thread inside my head
With nothing on either end
I always fall in love with an open door
With a horizon on an endless sea
As I look around the ones who were standing right in front of me
And then my mirror speaks with irreverence
Like a soldier I can't command
I'm a frightened child in the body of a full-grown man
A new position for a different view
And nothing changes but the slightest hues
And I am standing face to face
I'm a man who hides from all that binds
And a mess of fading lines
And there's a tangled thread inside my head
With nothing on either end

THERE ARE DIFFERENT NAMES FOR THE SAME THING

06.03.10

IM KOPF

vielleicht bin ich auch nur ein dummer romantiker, der aufgeht in den einfachen dingen, einfache dinge wie liebe, ein geregelter alltag, scheinbar langweilige beschaeftigungen wie fruehstueck, arbeit, abendbrot und ich strebe nicht nach jetset und party und halligalli, nein, ich strebe nach ruhe und gelassenheit, nicht im mittelpunkt zu stehen, sondern ruhig und mit dir mein leben zu leben, einfach und spiessig meist, aber immer mit einem lachen und einem hund vielleicht, ein treuer, kleiner hund, ja, ein hund, das waer toll und nichts und niemand wird diesen traum aufhalten koennen, denn er ist stark und gross und schoen und wichtiger als ein aston martin und eine villa und eine goldene Uhr und was es sonst noch gibt in den hochglanzmagazinen und schlips und anzug jeden tag, denn das alles bin ich nicht, es tut mir leid, ich bin das alles nicht, mir reicht auch ein zelt an der nordsee und ich brauche keine karibik und kein scheiss kapstadt und das alles, ich will nur musik hören und eine hand halten und lachen, den ganzen tag und den nächsten tag kein wort sprechen müssen und mich darüber freuen, dass ich beim kreuzworträtsel mehr als nur eine lösung weiß und dann fernsehen auf einem sofa und schokolade essen und schreiben, ja schreiben, aber nicht so viel wie jetzt sondern weniger, weil weniger ist mehr sagt man doch und alles soll ganz einfach sein, ganz einfach, ganz einfach unaufgeregt aber wer will das schon, klingt das nicht alles langweilig, in meinem kopf ist jeden tag krieg und party seitdem es mich gibt, ich muss das nicht auch noch leben, verstehst du?

AHEAD

Fourty million different stories

Could have happened

while you spent your days at home

Places you think you belong

Things that could have gone wrong

Were left undone

Ideas multiply when you look ahead

Options become chances

When you’re craving for glances

Of places and people

And the future itself

Is waiting up there on a shelf

You didnt touch for long

In dust

But alive.

Barefoot all day

It waited for you

So say hello.

ANSICHTSSACHE

05.03.10

04.03.10

BARCASTRASSE

TIGER

Menschen, meist Frauen, hier
Anbiedernd
Cosmopolitan in Hamburg
Welch ein Gegensatz
Zweite Klasse
Tiger, Tiger
Ich sauge Deinen Duft
immer und immer wieder
Die meiste Zeit in meinem Leben
verbringe ich mit Menschen
die mich nicht verstehen
die mich nicht interessieren
Und der Unterschied
ist nicht erreichbar.

02.03.10

BERLINER KARRIEREN!

Sammelbild: BERLINER POLITIKDEPPEN.

Nr. 23:
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer.


Die beiden wichtigsten Stationen ihrer Senatorenlaufbahn:

1. Bezüglich der Nachnutzung des Flughafens Tempelhof sprach sie sich für den Bau eines Badesees aus.

2. Sie ist Tunnelpatin für den Tunnel der U-Bahnlinie 55


O-Ton

"In Friedrichshain-Kreuzberg gut 30 000 Menschen zu mobilisieren, die gegen etwas sind, was angeblich von „oben“ vorgegeben sei, ist relativ einfach und stellt dadurch das Instrument Bürgerbegehren insgesamt infrage.“



Aha.

NICHT WACHSEN, BIN GLEICH DA!

01.03.10

JETZT UND HIER

dann nahm ich dich mit, an meinen ort, der so anders war als deiner und es war nicht mal ein guter abend, klar, es war voll, aber der laden präsentierte sich nicht von seiner besten seite, erinnerst du dich? doch du mochtest ihn trotzdem, ausserdem war es sowieso egal, wo wir uns befanden, hier oder woanders, denn alles was zählte war meine anwesenheit und deine anwesenheit und die abwesenheit von fragezeichen in unseren köpfen und nichts unterbrach unsere küsse oder besser gesagt unseren kuss, denn unsere lippen trennten sich nicht einmal voneinander und so kann man wohl nur von einem kuss sprechen und obwohl dies nicht unser erster war, war er doch besonders und hat sich in mein gedächtnis gebrannt und ich weiss auch nicht wirklich warum, vielleicht war es der ort oder die intensität und leidenschaft, obwohl auch die immer gleich war, bei jedem unserer küsse, ob hier oder woanders, was spielte das schon für eine rolle? ich griff deine hüften, dein gesicht, deine arme, alles griff ich und kein blatt papier passte zwischen unsere körper damals, aber auch das war wie immer, denn bei jedem kuss zog ich dich zu mir hin, weil du zu mir gehörst und ich wollte es allen zeigen, obwohl mir alle anderen egal waren, irgendwie, immer, hier und überall. unsere augen waren geschlossen und wir sahen keine musik und keine menschen und keine tänzer, wir vernahmen nur das wummern und die gesprächsfetzen von leuten neben uns, aber auch das war egal, wie immer, jetzt und hier und auch woanders. dein geschmack an dem abend, deine berührungen, alles war wie immer, wenn ich dich schmeckte und fühlte, aber doch war alles anders, ich war und bin und bleib für immer unfähig das zu erklären, doch bin ich niemals so geküsst worden wie an jenem abend. und ich bin niemals so geküßt worden wie an dem abend zuvor und ich bin niemals so geküßt worden wie an allen tagen danach, denn es waren immer deine lippen und es werden immer deine lippen sein.

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