24.11.13

HOLZSPITZENSLIP

am zaun stehend
zehenspitzen
loch im brett
hindurchspitzelnd
baustelle,
deine hier
teufelkonstruktion
und bier

facharbeiter fehlanzeige
lebenslange langeweile
grade wegen grader wege
wegen schönheit.
morgens früh
um sieben hier
danke nein
ich trinke bier

mach du mal
alleine weiter
zerbröselte karriereleiter
hauptsache
die andren denken
wo ich hinwill,
kann ich lenken

grabgelegte jugendträume

20.11.13

102 / NEW





16.11.13

HERBST 2

Oh, und es sind Blumenheere
Im Zigarettendunstgeschwafel
Stimmenwirrwarr, ich vemehre
Problemgeschwader an der Tafel
Deiner Tugend, die noch stetig
Alles um dich 'rum erinnert.
Wir mühten uns mehr schlecht als redlich
zum Umarmungskriegsgewimmer.
In Nächten wie zum Beispiel heute
Weiß ich was ich dort verließ
Als ein schwarzhaariger Wind
Mir ständig in die Seele blies. 


15.11.13

FYI


10.11.13

14 / B


Drei Flaschen, vier Schachteln
Und siebentausend Sätze
Ohne Punkt und Komma
und ich schätze
die Teufel kommen gegen Mittag
und spätestens am Abend das Gezitter
Es regnet jetzt auch schon im Dunkeln
Wenn im Wind die gelben Blätter schunkeln
An der Brandwand gegenüber
totgestarrtes Efeu, lieber
nochmal Jahre voller Reue 
als Sekundenungeheuer

Nach Tausenden von Jahren
will ich zurück nach Afrika
Rätseln, wenn Menschen sich
in Demut räkeln 
und nichts und wieder nichts entsteht
aus Ehrlichkeiten. 

08.11.13

06.11.13

101 / NEW







04.11.13

KLH






















Brotkrumengeographie und Käsereste, halbendliche, goldene Morgen. 
Interpretation von Millimetergestiken zwischen Pappbechern und Dim Sums.
Im  Herbst, mit Joseph Beuys, umrundeten wir Weltverbesserungsmaschinen. Deine Beine staksten verkatert zwischen Vögeln aus Metall, doch nichts zwitscherte hier. 
In atemlosen Pausen... stand alles still. 
Wir griffen Hände, zwischen Kunst. 





Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren
Du musst kein Rauschen reduzieren

30.10.13

FAUST 3

Du Spiegelleser, dreckiger Interlektueller, scheisst Deine Menschen zu mit Bildern Deiner ledernen Leica, die Du für Sekunden in die Hände von Handlangern drückst, von Stiefelleckern, von Lutschern, damit Du deine mickrige Persönlichkeit im Glanz von prominenten Mitbewohnern wenigstens halbseiden wirken lassen kannst, "seht her, ich bin doch wer, ha", du kleiner, hässlicher Teufel, du kleinster Teufel. Fotografiere die Kunst und nicht den Künstler. 

10.10.13

07.10.13

01.10.13

ARNIKA UND AUSTERN UND KIPPENBERGER UND GRÜNES LEDER



Du schliesst final in sattem Gold 
Himmelsbeine um den Pegel
eines krachend-lauten Herzschlags 
den ich gestern noch im Koma wähnte
Und all die Exkursionen 
zu Plätzen, an die's uns treibt
wo ich schüchtern, still und atemlos, 
verwundert mir die Augen reib'
Die Idee klingt so absurd, 
wie sie halt klingen muss
Nun ist aller Suche Ende
Enthaltsamkeit im Überfluss
Verkatert schöne Sonntagstouren
mit Schwarzmetall- und Rotrunduhren
heimlich blickend, fehlersuchend
gestern lebend, heute jubelnd










02.09.13

DE RA CI NATED


wie sie sich fragen, wie sie aussehen, 
wenn sie dich ansehen 
mit ihren zweiknopfdoppelkragenhemden 
Wie seh ich aus wenn ich dich ansehe 
wohin siehst du wenn du siehst 
das es nichts zu sehen gibt , wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wenn es jeder sieht
Wer will schon hinsehen, 
wenn jeder es sehen kann, 
wenn es jeder sah 
wie, wenn es jeder hoert,  
in diesem romantischen ensemble, 
wo man sich sieht,  
haette ich nur gestoert
Wie sie sich jagen, 
in schnellen schuhen, 
mit kraeftigen waden, 
in schnellen schuhen, 
wie sie sich jagen
In gewaehlter betaeubung, 
mit jungen herzen, 
jenseits von unmut, 
jenseits von schmerzen
Wer will schon hinsehen, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder kann, 
wenn es jeder sieht, 
wenn es jeder ruft, 
wenn es jeder hoert, 
im romantischen  ensemble, 
haett ich nur gestoert
Wenn es jeder spuert, 
wie du es spuerst, 
wie man es soll, 
wie jeder es hoert, 
wie es jeder sieht, 
wie jeder es kann, 
wie jeder es will, 
will ich es nie, 
will ich es nicht, 
ich will dunkles licht, 
unter dem was du  siehst, 
wie man es spuert, 
wie jeder es sieht, 
wie man keine verfuehrt, 
so will ich es hier, 
wo keiner es sieht, 
und keine es will

20.08.13

RANTAG


12.08.13

PRESSHOLZBUDENDÖRFER SIND KEINE STÄDTE

was hat dich denn geritten
du kleinkarierte grosse stadt
das mitten in dem westen hier 
das arschloch seine mitte hat
unter der ruinenkirche, 
sommer winter allertags
geistern flashbackpennerdirnen
langsam ihre runden ab

01.08.13

42 ITALIEN

hier werden noch welpen getauscht gegen konzertkarten für gianna nannini und die strände sind überschwemmt von mittelgrossen langhaardackeln, in grausam-engen badehosen, die viel zu große hoden halten, und sonne, und sonne.

der weibliche schnitt von strand 4B liest shades of grey hinter schirmen und brillen und geht auffallend oft ins brusttiefe wasser, steht dort, in sanften wellen, mit geschlossenen augen, nur für minuten, stakst zurück an land und schläft dann in der sonne, in der sonne.

alles rennt, alles redet, alles ruft, alles ebnet alles Raue, alles Hohe, alle Kanten, alles Rohe, in der Sonne, in der Sonne.

08.07.13

MONTAG



06.07.13

330

berlin ist immer dann so 
wunderhaft,wenn andere 
es nicht nüchtern sehen
wenn die stadt alleine ist 
und unbeobachtet,
und nicht ständig kommentiert 
wird weil alle schlafen oder 
bewußtlos sind 
oder tot oder aus anderen 
gründen nicht mehr am 
vergleichen sind
wenn berlin alleine ist mit sich  
menschenleer in dämmerung
mensch, berlin braucht dich nicht

21.06.13