das ist wie tortellini essen
um mitternacht
und waagerecht, mit grossem kopf
und sand im mund,
überraschend
monochrome
tumbe villa kunterbunt
hinten links im zimmer sitzen
grosser spass um vier nach fünf
nach sechs nach sieben,
immer hier,
auf weissem möbel schales bier
der sauerstoff ist längst vergangen
kleine blicke, grosses bangen
doch auch heute geht sie auf
zellverfall im dauerlauf
der grosse feind der kleinen lust
übermannt im kalten körper
den erstarkten winterfrust
06.12.12
04.12.12
SAMEDI
verwandlung folgt gleich nach der dusche
signalschild an, ein rotes suche
alles ganz schön körnig heute
machs weicher jetzt, geh unter leute
viertelstunde hast du dann
bevor dann alles
steht in brand
augen zu und lunge auf
und faust geballt
in vollem lauf
signalschild an, ein rotes suche
alles ganz schön körnig heute
machs weicher jetzt, geh unter leute
viertelstunde hast du dann
bevor dann alles
steht in brand
augen zu und lunge auf
und faust geballt
in vollem lauf
29.11.12
IMPULSKONTROLLE FEHLANZEIGE
das gleiche
hühnerkörper
funktionslos
die hure donnert weisheiten aus ihrem blanken rohr
die sonne quetscht sich langsam durch das schwarz
der wodka endet alles
13.11.12
FRÜHE VERHÄLTNISSE IN DER CITY-WEST
und dann neidest du,
du neidest alles,
du neidest selbst die starre losigkeit,
und die kleine fahle daemmerung
in ihren geistern,
die jetzt am mittag
an dir vorbeischweben
in overknees und lederstiefeln,
unbekuemmert und befleckt.
ein schneller dreh nach links
und dein gehirn wabbert
in dem kalken schaedel
wie ein eightball
und jetzt ist alles nur noch
zoo und kino und gruener tee
und doch rechts stapeln sich die dinger,
aufgepusht und drangsaliert
du neidest alles,
du neidest selbst die starre losigkeit,
und die kleine fahle daemmerung
in ihren geistern,
die jetzt am mittag
an dir vorbeischweben
in overknees und lederstiefeln,
unbekuemmert und befleckt.
ein schneller dreh nach links
und dein gehirn wabbert
in dem kalken schaedel
wie ein eightball
und jetzt ist alles nur noch
zoo und kino und gruener tee
und doch rechts stapeln sich die dinger,
aufgepusht und drangsaliert
02.11.12
KONTINENT 101
bist du beseelt/gesicht so nah über einem buch/mehr als eine unterlage/mehr als grauer fluch/wenn sich alles nur verschlimmert/in nächten voller gier/lies wie der sambesi wimmert/in zarten schlangen unter dir/kristallines sehnsuchtsbild/gemalt in schwarzer asche/und jenseits der dosierampullen/nicht mehr als eine masche
18.10.12
SPIEGEL 101
unstetes wählen wahlloser
unfreiwilliger
schlafender
menschen
und keine antwort kommt
nur dieses letzte mal
versprochen
komm
nur dieses letzte mal
ich bin auch gut zu dir
alles was ich bin
alles was ich war
vergib mir
nur dieses letzte mal
nur dieses eine mal
es ist 6 uhr morgens
du redest wie ein wasserfall in zeitlupe
ich höre eh nur mir zu
alles andere ist so verletztend
unfreiwilliger
schlafender
menschen
und keine antwort kommt
nur dieses letzte mal
versprochen
komm
nur dieses letzte mal
ich bin auch gut zu dir
alles was ich bin
alles was ich war
vergib mir
nur dieses letzte mal
nur dieses eine mal
es ist 6 uhr morgens
du redest wie ein wasserfall in zeitlupe
ich höre eh nur mir zu
alles andere ist so verletztend
16.10.12
TAUSEND UND EINS NACHT
im fahlen rot der ostblockgrube: grossaeugig tierfilme bestaunen,
ueber aequatorleben und savannendramen,
tiefseefuehler, schweinswal-damen,
schliesst du augen
deine neue mitte ist ein weiteres versprechen
an aussichtsreiche plattformen fuer uebersichten
auf normalitaeten, kabelsendungen an den roehrenfernseher
mit aspect-ratio-verschiebungen, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden,
jahrelang merkt man nicht, dass alles irgendwie verzerrt erscheint was fuer dich so richtig ist.
und wieder feudelst du mit deinem zepter laubbedeckte wege frei,
wie jedes jahr seitdem du alt bist, griesgraemig und einerlei
waschbetonwege zum unterschlupf, zwischen
alten
braunen
fichten, sauerland und moehnesee
aufblende
die kleinen kinder, goldgraeber und taenzer, die schulen und die hunde, die besucher und die falsche liebe /
im lieblingsladen, wo hunde auf den baenken hecheln und kokain die seele nebelt,
wo kleine maenner unrasiert die ganze nacht lang sprueche hebeln
das fleisch tropft in den schraenken vor dir und neben dir der blaue makler
der heute nur noch halb so gross ist wie er damals niemals war
- tripping nebenan, ganz nebenbei, und ketamin,
und ich so nuechtern wie der papst und die liebe neben dir
/ und was ist deprimierender als:
sonntags morgens im bahnhof-zoo-berlinsouvenirartikelladen
zwischen diddlmaeusen und bierkruegen zu stehen
und sich nach seiner naechsten
ernte 23 zigarettenpause zu sehnen,
wenn dann am fruehen mittag
konzentriert die sbahn trichtert
und haende voll von jungen maedchen kichern
die heimkehren von ihren suenden,
noch tanzend
und betrunken
doch alle mit kaum wahrnehmbaren wunden,
im herzen und zwischen ihren beinen
und wenn es nicht so schoen und lustig waer,
muessten sie jetzt weinen
die neuen nutten,
die blecherne jeunesse doreé
wenn butterweiche adelmaedchen reiche gaeste setzen
ist der untergang nicht weit /
ist der untergang nicht weit /
es gibt nichts peinlicheres als menschen, die musik machen, die mir nicht gefaellt /
die woche bricht bald an und vorsichtig,
ducke dich, die tage kommen,
und einer wie der andre sagt:
ich mag dich lieber voll benommen.
02.10.12
%
Taylor Dayne
Wenn alles verdampft, winden wir uns wie verliebte Aale im Schlamm der Gedanken, es gibt hier kein Entkommen, am Ende der Nacht,
Let the memories good for
those who stay
am späten Sonntagmorgen, am weissen Tisch, wo Deine unvernünftigen
Lösungen die Zwänge irdischer Statik aufheben.
"he flesh that lived and loved will be eaten by plague
(trumpet solo)
25.09.12
22:22
Er wirft dich in die Raeume, du kannst ja gar nicht mehr den Ausgang finden, wenn du nur mit dem Ruecken zur Wand stehst. Es glitzert, im Grill, Borchardt warst du lange nicht, der erste Drink, der erste Mensch. Ein Taxi, schon wieder, der Zielort klingt wie eine Phrase. Vorbei an Hotels, wieder im Bett, die Technik ist altmodisch, das Essen ungesund, die Sehnsucht verdorben und nichts kommt morgen was anders waere. (...)
17.09.12
SUNDOWNERSYNDROM IM SPÄTEN SOMMER
So kleine Schreiberlinge, kleine Schreiberlinge und
Eure
erschwindelten Mitteilungsbedürfnisse
mit gelangweilten und dahingehusteten Sätzen
aus aneinandergereihten Sinnlosigkeiten,
wo Spannungen ersetzt werden
durch Selbstzufriedenheiten und Sonnenbrillen
und Nichtdazugehörigkeiten,
in der Abendsonne irgendeiner Kulturmetropole.
Ich kann euch nicht fühlen, nicht ertragen,
nicht lesen, nicht hassen,
aber ich nehme euch wahr,
seid froh und sicher, ich nehme euch wahr,
wie kleine Schauspieler, Auswendiglerner
Grimassenschneider,
Ihr Kulturklötze, mit euren kleinen
Vorstadtbühnengeschichtchen,
Ihr People of Today, kontrastreich in Passbildboxen,
Viererbilder, Zungen raus,
es gibt nicht mehr was Ihr der Welt zeigen könnt.
Ich sehe euch nicht zu, seid froh,
man sieht euch nicht mehr zu.
erschwindelten Mitteilungsbedürfnisse
mit gelangweilten und dahingehusteten Sätzen
aus aneinandergereihten Sinnlosigkeiten,
wo Spannungen ersetzt werden
durch Selbstzufriedenheiten und Sonnenbrillen
und Nichtdazugehörigkeiten,
in der Abendsonne irgendeiner Kulturmetropole.
Ich kann euch nicht fühlen, nicht ertragen,
nicht lesen, nicht hassen,
aber ich nehme euch wahr,
seid froh und sicher, ich nehme euch wahr,
wie kleine Schauspieler, Auswendiglerner
Grimassenschneider,
Ihr Kulturklötze, mit euren kleinen
Vorstadtbühnengeschichtchen,
Ihr People of Today, kontrastreich in Passbildboxen,
Viererbilder, Zungen raus,
es gibt nicht mehr was Ihr der Welt zeigen könnt.
Ich sehe euch nicht zu, seid froh,
man sieht euch nicht mehr zu.
09.09.12
WIE GEHTS?
das erfüllen des wunsches war dabei
das leichteste,
als ob sie wie die schakale um die blocks
in der umgebung streiften,
bereit und einen atemzug entfernt,
alles war so leicht, für jeden,
jederzeit,
ein paar zahlen
und der tiefe sprung ins dunkle
immer tiefer,
immer
das leichteste,
als ob sie wie die schakale um die blocks
in der umgebung streiften,
bereit und einen atemzug entfernt,
alles war so leicht, für jeden,
jederzeit,
ein paar zahlen
und der tiefe sprung ins dunkle
immer tiefer,
immer
07.09.12
JR
rathaus-center, pankowland
tramgerüttel: fulminant
die sonne scheint
die oma lacht
alle sorgen hausgemacht
zwanzig vierzig prenzlberg
gekicher wie ein scharfes schwert
mütze tiefer ins gesicht
hauptsache man sieht mich nicht
tramgerüttel: fulminant
die sonne scheint
die oma lacht
alle sorgen hausgemacht
zwanzig vierzig prenzlberg
gekicher wie ein scharfes schwert
mütze tiefer ins gesicht
hauptsache man sieht mich nicht
28.08.12
UNHEILBAR
Leichte Kopfschmerzen in der Magengegend,
als ich hier wieder stehe.
Sofas in den Strassen,
ein dünner Sänger, ein fahler See.
Bären auf Bänken,
ein paar tote Fische treiben ans Ufer.
Rostige Wasserrutschen, gelbes Schilf
When I got home
Mickey D, der Duft der Stunde
noch im Toyota
See the danger
als ich hier wieder stehe.
Sofas in den Strassen,
ein dünner Sänger, ein fahler See.
Bären auf Bänken,
ein paar tote Fische treiben ans Ufer.
Rostige Wasserrutschen, gelbes Schilf
When I got home
Mickey D, der Duft der Stunde
noch im Toyota
See the danger
24.08.12
WER ODER WO IST MONTENEGRO?
Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel dauert zwei Stunden, räuspert der Mann am Steuer - die ersten Worte, die gesprochen werden, eine halbe Stunde nachdem ich eingestiegen war. Ein Nicken als Begrüßung.
"Currency...Euro?" frage ich.
"Yes, yes."
Wir halten an einer Tankstelle. Der Kühler.
Ich kaufe eine Flasche Wasser und Hobbits. Es sind 35° C.
Links, viel weiter unten: Palmen, Klischeebuchten, verfallene Rohbauten, soweit das Auge reicht. Dazwischen Hotels, weitere Tankstellen.
Ein brennendes Auto. Als wir an ihm vorbeifahren, wird es sehr heiß. Es riecht nach verkohltem Plastik. Die Männer auf den Strassen sind düster und dunkel, die Frauen sind groß und schön.
Ampel.
Toni Braxton in einem Golf 3.
37°C.
An jede Hauswand klammert sich eine japsende Klimaanlage. Jede Wiese ist hier Golfplatz, ein dutzend Pflastersteine das Versprechen einer Strasse, die sich vorbei an Nattern schlängelt.
"Currency...Euro?" frage ich.
"Yes, yes."
Wir halten an einer Tankstelle. Der Kühler.
Ich kaufe eine Flasche Wasser und Hobbits. Es sind 35° C.
Links, viel weiter unten: Palmen, Klischeebuchten, verfallene Rohbauten, soweit das Auge reicht. Dazwischen Hotels, weitere Tankstellen.
Ein brennendes Auto. Als wir an ihm vorbeifahren, wird es sehr heiß. Es riecht nach verkohltem Plastik. Die Männer auf den Strassen sind düster und dunkel, die Frauen sind groß und schön.
Ampel.
Toni Braxton in einem Golf 3.
37°C.
An jede Hauswand klammert sich eine japsende Klimaanlage. Jede Wiese ist hier Golfplatz, ein dutzend Pflastersteine das Versprechen einer Strasse, die sich vorbei an Nattern schlängelt.
HAMMERSCHMIDT
Bonner Villenviertel
Bo Derek und ein Pferd
Steh auf und schalte um
die Info ist nichts wert
Bomben, Hitze, Costa Brava
Felsenkueste satt
und dumpfes Tennisplatzgelaber
über Yassir Arafat
Nationalgericht hier: Fritten
und Donkey Kong am Pool
man fühlte sich inmitten
allem plötzlich cool
Die ersten Haie tauchten auf
und trüber Dauerregen
und Hammerschmidts im fernen Land
wollten was bewegen
Augen zu, es endet hier
ab jetzt kommt nur noch Schmerz
und wenn man schon noch Leben will
dann bitte ohne Herz
21.08.12
1980
Es war eher am Morgen,
Alu-Koffer aus Kunststoff,
Inzucht unter Raubtieren,
"Efendi!"-Rufe und Flamingofarben.
Abtauchen. Auftauchen.
Bellende Huftiere. Der Graben.
Sehnsucht.
11.08.12
MAUERFALL, MAUERBAU
ich erinnere, spät am abend, früh am morgen, aluminiumkoffer in meinen händen, mentholzigaretten in deinen und stottern und blaulicht hinter dir, engelsgleich der schein in flackernd-blau der nahen polizeistation und schamgefühl, schamgefühl um vier uhr morgens, erklärend, mit leeren händen jetzt, und arroganz, die ganze strasse breit, das ganze viertel dunkel in arroganz getaucht. ich wurde immer nur noch kleiner als ich weinte, mauerbau, mauerfall, mauerbau und du, dich drehend, nicht von dieser welt, leider, argumente zerplatzen an den spitzen knochen, die scheinbar schuldfrei über deinem jeanssaum blitzen und ich, ich konzentriere mich auf klaren ausdruck und zungenbewegung in einem mund, so trocken wie die danakil.
DON'T BE AM FRÜHSTEN MORGEN
manchmal wuenschte ich so sehr
ich waer tourist in meiner stadt
und wuesste nichts von alledem
was diese stadt so grausam macht
Unbeschwert besichtigen,
fotos machen hier und da
und dann am ende jedes tages
zurueck in mein provinzblabla.
die naechte sind die schlimmsten hier,
ganz anders als in den prospekten,
statt engel die dich schlafen legen
sind hier nur teufel die dich wecken.
ich waer tourist in meiner stadt
und wuesste nichts von alledem
was diese stadt so grausam macht
Unbeschwert besichtigen,
fotos machen hier und da
und dann am ende jedes tages
zurueck in mein provinzblabla.
die naechte sind die schlimmsten hier,
ganz anders als in den prospekten,
statt engel die dich schlafen legen
sind hier nur teufel die dich wecken.
07.08.12
SONNTAGS
Zwischen Meterkreuzen, Hammerwurf und Chlorpalaesten: Der Kommentator des Pferdesports saeuselt schwuel und blumig Fachbegriffe in sein Mikrofon. Nichts wuerde er lieber tun, vielleicht noch selbst die Stute reiten, fuehren in der Abendsonne, vorbei an pinken Blumenkuebeln, in adretter Kleidung. Der kleine Mann des Pferdesports geht abends schnell in ein Hotel, in einer grossen Stadt, die viel zu viele Autos und viel zu wenig Kutschen hat.
03.08.12
623
(am savignyplatz wo die penner liegen wo charlottenburger ihr charlottenburg am meisten lieben verfehlte comic-kunst am bau und die stadtbekannte stadttoilettenhaeusschensau ihr horizontales gewerbe meist im stehen meistert und auf den punkt genau
menschen manchmal krustentiere rot vor angst sich zu blamieren siedeln ein und bauen mauern)
menschen manchmal krustentiere rot vor angst sich zu blamieren siedeln ein und bauen mauern)
Abonnieren
Posts (Atom)

